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Beschwerde gegen Hotel

  • Gavino Strebel

Par_175_Projet_PresidentDer WWF und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) haben beim Staatsrat des Kantons Wallis eine Beschwerde gegen die Baubewilligung eingereicht, die die Aminona Luxury Resort and Village (ALRV)/Mirax für den Bau eines Hotelkomplexes mit 15 Gebäuden samt den entsprechenden Zufahrtsstrassen erhalten hat. Die Umweltschutzorganisationen befürchten ein Fiasko für Natur und Landschaft, aber auch für die Region insgesamt.

Die Gemeinde Mollens hat für die erste Etappe des Immobilienprojektes ALRV grünes Licht gegeben, ohne die zahlreichen von den Umweltverbänden aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend zu beantworten. Diese betreffen besonders folgende Punkte: Mit den Freizeitaktivitäten der neuen Gäste steigt der Druck auf die natürlichen Lebensräume in der Umgebung. Zum Thema Mobilität hat die Gemeinde nur widersprüchliche Antworten gegeben (Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, obwohl gleichzeitig eine Parkplatz mit mehr als 500 Plätzen vorgesehen ist und kein Mobilitätsplan besteht). Die Wasserversorgung der Hotelanlage würde sensible Lebensräume wie das Tal der Tièche gefährden, da Wasser in dieser Gegend knapp ist. Und schliesslich ist das Energiemanagement nicht konsequent genug: „Es ist zwar positiv, dass Minergie-Gebäude vorgesehen sind. Für Luxusanlagen mit geringer Auslastung braucht es jedoch den Standard Minergie‑P‑Eco“, sagt Marie-Thérèse Sangra, Regionalsekretärin des WWF Wallis.

Bis jetzt haben weder die Bauherrin noch die Gemeinde ausreichende Garantien zur Bewirtschaftung des Komplexes als Hotelbetrieb abgegeben, wie es das Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG) verlangen würde. Der Kanton schreibt einen Eintrag ins kantonale Grundbuch vor, um sicherzustellen, dass die Anlage langfristig als Hotel geführt wird. Ohne diese Leitplanke könnte die Zahl der kalten Betten in der Region Haut-Plateau noch weiter steigen, obschon die Auslastung mit den 7000 kalten Betten von Crans-Montana bereits heute sehr tief ist.
Die Umweltorganisationen stellen darüber hinaus fest, dass die verschiedenen Projektteile (Türme, Hotelkomplex und Chalets) nur ungenügend koordiniert wurden und das kommunale Baubewilligungsverfahren nicht genügend streng geführt wurde. Für Roman Hapka, den Westschweizer Verantwortlichen der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, „missachtet das Projekt die Grundsätze der Raumplanung, die eine sehr zurückhaltende Bodennutzung verlangen“.
Die Umweltorganisationen plädieren für eine innovative Tourismusentwicklung in den Alpen, die auf zwei Prinzipien beruht: Wertschöpfung dank warmen Betten statt dem Verkauf von Immobilien sowie Ausbau und Instandsetzung des bereits existierenden Unterkunftsangebotes. Energetische Gebäudesanierungen, die Konzentration von Infrastruktur und Unterkünften auf bereits bebaute Gebiete und ein Energie-, Wasser- und Mobilitätsmanagement helfen, die Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu minimieren. So können nicht nur die Alpengebiete als natürliche Lebensräume geschützt, sondern auch ihre touristischen und wirtschaftlichen Werte erhalten und entwickelt werden.

WWF