© ZUP Zürcher Umweltpraxis, Umweltschutz- Fachverwaltung des Kantons Zürich
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    Beschriftungspflicht vielerorts mangelhaft umgesetzt

    • Judith Schärer
    • 4

    Invasive gebietsfremde Pflanzen können sich ungehindert ausbreiten und Gesundheit sowie Infrastruktur gefährden, weshalb sie schweizweit durch verschiedene Massnahmen kontrolliert werden. Bei der Beschriftungspflicht besteht noch viel Handlungsbedarf, wie eine erste Überprüfung nun zeigt.

    Im Rahmen der nationalen Freisetzungsverordnung wurde für invasive Neophyten mit grossem Schadenspotential ein vollständiges Umgangsverbot erlassen. Für Pflanzen, welche bei richtigem Umgang keine Probleme verursachen, besteht eine Beschriftungspflicht. Diese kennzeichnet sie als gebietsfremd und invasiv und beschreibt die nötigen Massnahmen gilt. Dass diese Verordnung eingehalten wird, ist Aufgabe der Kantone.

    Im Kanton Zürich können rund 1300 Betriebe zur Branche gezählt werden, welche in Frage kommen, invasive Neophyten zu verkaufen. Bei einzelnen Betrieben fanden nun erste Kontrollen statt, um zu überprüfen, inwiefern die Massnahmen  tatsächlich durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind eher mangelhaft, wie ein Bericht der Umweltschutz-Fachverwaltung des Kantons Zürich in ihrer Informationszeitschrift ZUP Zürcher Umweltpraxis zeigt. In 12 von 16 Betrieben gab es mindestens eine Beanstandung, in einem Fall wurde sogar das Umgangsverbot missachtet. Hauptsächlich handelte es sich jedoch um unzureichende Massnahmen bezüglich der Beschriftungspflicht. Die mangelhafte Beschriftung variierte je nach Pflanzenart (siehe Grafik).

    © ZUP Zürcher Umweltpraxis, Umweltschutz- Fachverwaltung des Kantons Zürich
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    Immer noch Handlungsbedarf

    Mittlerweile sind viele der problematischen Arten tatsächlich kaum mehr in den Läden anzutreffen. Bei den im Verkauf verbleibenden Pflanzen besteht aber bei der Informationspflicht der Kunden noch viel Spielraum. Bei einzelnen Pflanzen wird die Beschriftungspflicht noch viel zu wenig umgesetzt, weil zu wenig bekannt ist, dass auch sie zu den invasiven Arten und somit gekennzeichnet gehören. Hier besteht auch noch viel Potential beim Wissen der Angestellten in den Verkaufsstellen. Bei den Kontrollen stellte sich heraus, dass viele Angestellte nur mangelhafte Kenntnisse über die einzelnen Pflanzen auf der Schwarzen Liste und der Watch Liste hatten.

    Vergleichbare Testinspektionen in anderen Kantonen haben zu ähnlichen Ergebnissen wie im Kanton Zürich geführt. Es zeigt sich also, dass Fortführung und Ausbau der Inspektionstätigkeit unbedingt notwendig sind. Zurzeit wird an entsprechenden Unterlagen gearbeitet und über eine weitere Einschränkung von Arten, welche nicht mehr verkauft werden sollen, diskutiert. Kandidaten sind zum Beispiel Henrys Geissblatt oder der Götterbaum, welche immer mehr zu einem Problem in der Schweiz werden (wie beispielsweise dieser früherer Artikel über den Götterbaum erklärt).

    4 Kommentare

    • Ernst Leuenberger

      Überall ist nur „Bschiss“, wirst nur angelogen, sei es bei Nahrungs-mitteln, Energie, Abgasen, bei Tieren und Pflanzen. Wir konnten vor 2 Jahren bei einem grossen Gartencenter hinter die Kulissen schau-, en , darum wundert mich nichts mehr. Dieses Jahr wollte ich bei ein-em anderen Garten-Center den Vorschlag machen, Kompost-Kurse durch-zu-führen, v. a. Einfamilien-Hausbesitzer, könnten ihr Grüngut selber verwerten und wieder einsetzen. Ich erhielt keinen Bericht. Ich habe mir das Kleingedruckte bei den Erden etwas genauer ange-schaut, da steht meist gross, torffrei, aber bei den versch. Zusätzen sollte man einmal genauer hinsehen. Im übrigen wird immer noch zu viel Torf verkauft. Also die Genter verkaufen lieber ihre Plastiksäcke,,,

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    • Kurt Balmer

      Leider ist auch der Titel mangelhaft, denn nicht die Pflicht ist ungenügend, sondern die Beschriftung durch die Betriebe.
      Man könnte den Titel auch mit einem „umgesetzt“ ergänzen, um ihm den gewünschten Sinn zu geben.

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      • Judith Schärer

        Sehr geehrter Herr Balmer

        Vielen Dank für das aufmerksame Mitlesen. Der Titel wurde nun angepasst, da es so wirklich viel mehr Sinn macht :-)

        Freundliche Grüsse,
        Redaktion naturschutz.ch

      Pingback: Umgang mit invasiven Neophyten in der Schweiz weiterhin mangelhaft | Naturgebloggt


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