@ Hans [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
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Beschneiungsanlagen verpulvern grosse Wassermengen

  • Mélanie Guillebeau
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Rund 40 Prozent der Schweizer Pistengebiete müssen künstlich beschneit werden. Kein Wunder angesichts steigender Temperaturen und abnehmenden Niederschläge während den Wintermonaten. Bei der Beschneiung geht jedoch ein Drittel der eingesetzten Wassermengen verloren.

Enormer Wasserverbrauch

Mit der voranschreitenden Klimaerwärmung sind Schweizer Skigebiete vor neue Herausforderungen gestellt, allen voran der Eindämmung des fortschreitenden Schneemangels. Zu diesem Zweck kommen vermehrt – mittlerweile bereits bei 40 Prozent aller Pisten – technische Beschneiungsanlagen wie Schneekanonen oder Schneilanzen zum Einsatz. Für den Betrieb von Schneeanlagen werden Strom und Wasser gebraucht. Der benötigte Strom ist allerdings minimal und mittlerweile sind bereits Schneilanzen auf dem Markt, welche die gesamte Energie aus der Umgebung beziehen.

Hingegen werden Unmengen an Wasser während einer Saison in Schnee verwandelt. In der Schweiz sind dies jährlich 27 Millionen Kubikmeter Wasser, mehr als der jährliche Verbrauch der Bewohner der Stadt Zürich. Dieser massive Einsatz von Wasser hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Vegetation. Kunstschnee verlangt zudem einen vermehrten Einsatz von Pistenfahrzeugen zur Präparation. In Kombination führen diese Faktoren dazu, dass Wasser im Sommer schneller und in grösseren Mengen abläuft. Umso gravierender ist, dass dabei rund ein Drittel des verwendeten Wassers nicht als Schnee auf der Piste landet, wie Schweiz aktuell berichtet.

Wind, Wetter & Technik verschärfen Situation

In einer laufenden Studie hat das SLF (Institut für Schnee- und Lawinenforschung) die genauen Ursachen untersucht und festgestellt, dass ein Grossteil des Wassers durch Windeinwirkung verloren geht. Zudem verdampft ein Teil des Wassers oder fliesst im Boden ab, bevor es gefrieren kann. Warmes, trockenes oder windiges Wetter verschlechtert generell die Schneeausbeute.

Es fehlt zudem an Schneekanonen, welche die Schneeproduktion fortwährend an vorherrschenden Begebenheiten anpassen können. Für deren Entwicklung muss erforscht werden, welche Tropfengrösse optimal ist. Sprich welche Grösse sollte ein Wassertropfen haben, wenn er die Schneekanone verlässt, damit dieser möglichst schnell vereist und zu Boden kommt. Daran forschen die Mitarbeitenden des SFL weiter, um eine stetige Reduktion der nötigen Wassermengen erreichen zu können.

Snowfarming als Option?

Snowfarming. © WSL - Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos
Snowfarming. © WSL – Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos

Was in Skandinavien bereits gang und gäbe ist, hat nun auch in Schweizer Skigebieten Einzug gehalten: Snowfarming, das Konservieren von Schnee unter einer dicken Schicht Sägespäne während des Sommers. Mit dieser Technik stehen 70 – 80% des im Frühling zugedeckten Schnees zur Verwendung bei Winterbeginn zur Verfügung. Die Beschneiung von Pisten während der gesamten Wintersaison kann damit aber nicht ersetzt werden. Es kann aber als zusätzliche Option genutzt werden, um einen wetterunabhängigen, frühen Start in die Wintersaison zu gewährleisten.

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