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Bergpieper | © Ruedi Aeschlimann

Bergvögel zieht es in höhere Lagen

  • Amanda Buol
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Zahlreiche Bergvogelarten werden aus tieferen Berglagen vertrieben und können sich nur noch in höher gelegenen Gebieten halten. Gründe für diese Verdrängung sind die Klimaerwärmung und die intensive Bewirtschaftung ihrer Lebensräume. Wie lange und wie rasch die Arten auf solche Veränderungen reagieren können, ist ungewiss. Die Vogelwarte Sempach veröffentlichte zum Zustand der Schweizer Vogelwelt einen neuen Bericht.

Die Verbreitung der Vögel unterliegt einem ständigen Wandel. Neben natürlichen Faktoren werde sie immer mehr von menschlichen Aktivitäten beeinflusst, schreibt die Schweizerische Vogelwarte in ihrer Mitteilung. Problematisch für viele Arten sei vor allem das Tempo der Veränderungen. So können vor allem in den Bergen Faktoren, wie Lebensraumveränderungen und Klimaerwärmung, die Vögel dazu zwingen, die tieferen Lagen aufzugeben.

Die Daten, die durch Überwachsungsprojekte der Vogelwarte gesammelt und berechnet wurden, machen die Entwicklungen sichtbar. Unterhalb von 1’500 Meter über Meer nehmen die Bestände typischer Bergvögel wie Birkhuhn, Steinschmätzer und Tannenhäher ab. Oberhalb dieser Höhe bleiben sie stabil oder nehmen sogar zu.

So wurde beispielsweise beim Bergpieper festgestellt, dass seine Bestände in höheren Lagen gut hielten, weiter unten dagegen um einen Drittel schrumpften. Der Grund für den Rückzug dürfte die Bewirtschaftung des Grünlands sein, vermutet die Vogelwarte. Die intensive Grasnutzung erschwere es dem Bergpieper, in seinem Nest am Boden Junge aufzuziehen.

Höhere Lagen bergen jedoch auch ihre Gefahren, so die Vogelwarte. Je weiter oben sich die Vögel ansiedeln, desto grösser sei die Wahrscheinlichkeit für Schneefälle. Dies führe zu Brutausfällen.

Bericht: Sattler, T., P. Knaus, H. Schmid & N. Strebel (2016): Zustand der Vogelwelt in der Schweiz online »

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In tieferen Lagen wird der Bergpieper in jüngster Zeit deutlich seltener. Die Schweiz hält einen Viertel aller europäischen Bergpieper und trägt damit eine grosse Verantwortung für die Erhaltung der Art. | © Schweizerische Vogelwarte

 

 

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