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Berggebiets-Lobby engagiert sich gegen Grossraubtiere

  • Benjamin Kämpfen
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Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) engagiert sich an vorderster Front gegen den Wolf. Die von fast allen Kantonen finanziell unterstützte Organisation soll die Geschäftsstelle eines neu zu gründenden Vereins gegen Grossraubtiere führen. Dies löst heftig Kritik aus.

Vor rund einem Monat wurde der Verein „Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere“ gegründet. Wie dem Bericht auf der Website des Oberwalliser Schwarznasen-Schafzuchtverbands zu entnehmen ist, fanden anscheinend „über 300 Schäfer und Jäger und viel Politprominenz“ den Weg an die Gründungsversammlung. Mit an vorderster Front dabei war die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB), mit ihrem Direktor Thomas Egger, wie die NZZ am Sonntag in ihrer letzten Ausgabe berichtete. An der Gründungsversammlung im Wallis wurde auch über die Gründung eines nationalen Verbands gegen Grossraubtiere berichtet. Diese werde noch vor der Sommerpause erfolgen. Und die Geschäftsstelle des nationalen Verbands soll von der SAB geführt werden…

Der aus dem Wallis stammende Egger, welcher im Herbst für den Nationalrat kandidiert, hat bereits in der Vergangenheit aus seiner Haltung zum Thema Wolf keinen Hehl gemacht. So erklärte er etwa in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger im Herbst 2013:

„Der Wolf hat bei uns nichts verloren. Er trägt nichts zur Biodiversität bei.“

Diese Haltung findet sich auch in einem Positionspapier der SAB, wo beispielsweise „wolfsfreie Zonen“ gefordert wurden.

WWF und Pro Natura zeigten sich in einer Stellungnahme empört über die fundamentalistische und verfassungwidrige Position der SAB. Besonders befremdlich sei es, weil die SAB nicht einfach eine private Organisation ist. Fast alle Kantone sind in der Trägerschaft und unterstützen die SAB mit jährlichen Beiträgen, genau so wie rund 500 Gemeinden aus der ganzen Schweiz.

Wie der WWF und Pro Natura feststellen, sind Bären, Wölfe und Luchse in der Schweiz heimische Tiere, welche zu einem funktionierenden und gesunden Ökosystem beitragen und ausserdem in ganz Europa geschützt sind. Zudem gelte es die Verhältnisse zu wahren: Über 90% der während des Alpsommers verlorenen Schafe sterben wegen Unfällen oder Krankheiten, nicht durch Risse von Grossraubtieren.

WWF und Pro Natura werden sich deshalb schriftlich an die Kantone und an weitere SAB-Mitglieder wenden, und die Forderung ist klar: Die SAB muss das verfassungswidrige Ziel aufgeben, Grossraubtiere in der Schweiz auszurotten.

1 Kommentar

  • Zurschmitten Stefan

    Die durchschmittliche Walliserbevölkerung hat die umweltfeindlichste Einstellung im gesamten Alpenraum.Die ständige Hetze des WB trägt
    Früchte.Für die meisten Politiker ist es nichts als Populismus.

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