Bergfinken_Vogelwarte

Bergfinken-Invasion in der Ajoie

  • Redaktion Naturschutz
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Im jurassischen Vendlincourt JU hat sich laut der Vogelwarte Sempach ein riesiger Schwarm von Bergfinken niedergelassen. Jeden Abend versammeln sich dort Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Bergfinken. Ihre Flugmanöver sind ein einzigartiges Naturschauspiel, das viele Zuschauer anzieht.

Wann und wo sich die Bergfinken an einem Massenschlafplatz versammeln, lässt sich nicht voraussagen. Sicher ist aber, dass es ein seltenes Naturschauspiel ist. Es tritt nur alle paar Jahre auf und zwar im Winter. Denn die Bergfinken sind bei uns Wintergäste aus Nordeuropa. Funde von beringten Vögeln deuten auf Russland, Finnland und Schweden als Herkunftsländer.

Bergfinken ernähren sich fast ausschliesslich von Bucheckern (Buchnüsschen), die sie am Waldboden finden. Das Angebot an Bucheckern schwankt stark von Jahr zu Jahr. Diesen Winter gibt es im Jura eine Vollmast, der Waldboden ist übersäht mit den kleinen, eckigen Früchten der Buche.

„Ebenso wichtig für das massenhafte Auftreten der Bergfinken sind schneefreie Verhältnisse, denn unter einer Schneedecke finden die kleinen Singvögel ihre Nahrung kaum mehr.“ erklärt Dr. Lukas Jenni, Wissenschaftlicher Leiter der Vogelwarte. Solange im Jura kein Schnee fällt, kann der riesige Schwarm bleiben. Doch spätestens im April kehren die Bergfinken nach Norden zurück.

Das Schwarmverhalten schützt die Bergfinken auch vor Feinden. Sperber, Mäusebussard und Wanderfalke versuchen, vom reichen Angebot an Bergfinken zu profitieren. Diese wiederum versuchen, ihre Feinde mit wilden Flugspielen zu verwirren.

Vogelwarte Sempach

Bild: © Marcel Burkhard

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