© BYTE RIDER, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Bei Schweizer Fliessgewässern besteht Handlungsbedarf

  • Amanda Buol
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Der Zustand der Schweizer Fliessgewässer ergeben ein unterschiedliches Bild. Die Belastung von Phosphor und Nitrat hat abgenommen, diejenige der Mikroverunreinigungen steigt an. Das Bundesamt für Umwelt bestätigt, dass im Hinblick auf die Wiederherstellung und Erhaltung der Gewässerqualität grosser Handlungsbedarf besteht.

Die Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) hat die Ergebnisse für die Jahre 2011 bis 2014 vorgestellt, die sie im Monitoringprogramm erfasst haben. Diese biologischen und chemisch-physikalischen Untersuchungen des Gewässerzustandes vermittelt erstmals einen Gesamtüberblick.

So gelangen deutlich weniger Phosphor und Nitrat ins Gewässer. Dank der Abwasserreinigungsanlagen habe sich die Wasserqualität seit den 1980er Jahren erheblich verbessert. Trotzdem sei die Belastung in kleinen und mittelgrossen Fliessgewässern noch zu hoch, schreibt das BAFU.

Dagegen stiegen die Mikroverunreinigungen an. Mehr als 230 verschiedene Verunreinigungen wurden in einer systematischen Untersuchung an fünf mittelgrossen Fliessgewässer nachgewiesen. Für den Menschen seien sie zwar ungefährlich, könnten aber eine Mitverantwortung für die Defizite in der Artenvielfalt haben, die in den Gewässer festgestellt wurden. An mindestens 30 Prozent der Messstandorte sei das Gewässer-Ökosystem erheblich beeinträchtigt, schreibt das BAFU.

„Diese Resultate bestätigen, dass Handlungsbedarf besteht, um sowohl den Zustand der Fliessgewässer als auch ihre Widerstandskraft – namentlich mit Blick auf den Klimawandel und seine negativen Folgen für die aquatischen Ökosysteme – zu verbessern.“

Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamts für Umwelt

Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und Verringerung der Mikroverunreinigungen seien bereits geplant, schreibt das BAFU. Die Naturschutzorganisation Pro Natura begrüsst das Vorgehen des Bundes. Die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva fordert zusätzlich einen umfassenden Schutz der letzten freifliessenden und natürlichen Gewässerstrecken. Intensive Variantenstudien und innovative Lösungen tun Not. Wie in anderen Ländern schon erfolgt, dürfe auch in der Schweiz der Rückbau von besonders schädlichen Kraftwerken kein Tabu mehr sein. Auch Ungewohntes müsse erwogen und umgesetzt werden – für mehr Biodiversität und zur Sicherstellung der Vernetzung.

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