© Andreas Meyer, KARCH
© Andreas Meyer, KARCH

Bedrohte Artenvielfalt: Entwicklungen im Jahr 2014

  • Roman Vonwil
  • -

Die Zahl der Wirbeltierpopulationen hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert. Zu den Verlierern 2014 gehören die Lemuren auf Madagaskar und die Gelbbauchunke in der Schweiz. Es gibt aber auch Gewinner: Tiger, Biber und auch der wieder angesiedelte Europäische Wisent können auf eine bessere Zukunft hoffen.

Auch dieses Jahr musste die Weltnaturschutzunion IUCN die Liste der bedrohten Pflanzen- und Tierarten erweitern wie der WWF Schweiz mitteilte. Rund ein Drittel aller bekannten Arten (22’413) gelten demnach heute als gefährdet. Mitverantwortlich sind der Klimawandel, die Landwirtschaft und die Wilderei. Die Zahl bedrohter Arten ist gegenüber im Vorjahr nochmals um 1’125 gestiegen. Besonders für Lemuren, Walrösser, Elefanten, Pazifische Blauflossenthunfische und viele Amphibienarten war 2014 ein hartes Jahr.

Auch in der Schweiz werden einzelne Tierarten immer seltener. So zum Beispiel die Gelbbauchunke. Wegen unserem Ordnungsbedürfnis verschwinden immer häufiger auch kleine Überschwemmungsflächen, Pfützen oder Tümpel – und damit wertvolle Lebensräume der Gelbbauchunke. Die Bestände des kleinen Lurches werden jährlich kleiner, sodass er in der Schweiz unterdessen als „stark gefährdet“ gilt.

Doch es gibt auch positive Meldungen: Tiger, Blauwale und Berggorillas profitieren von neuen Schutzgebieten. Der in unseren Breitengraden nach dem Ersten Weltkrieg ausgestorbene Europäische Wisent wurde in Deutschland erfolgreich wieder angesiedelt. Eine kleine Herde fand im deutschen Rothaargebirge eine neue Heimat. Dieses Jahr erblickten drei Kälber das Tageslicht. Total leben heute über 3’400Tiere in freier Natur. Damit rückt das langfristige Überleben der Art in freier Wildbahn wieder in greifbare Nähe.

In der Schweiz ist im Besonderen die Entwicklung der Biberpopulation erfreulich. Der Bestand des bereits im 19. Jahrhundert in der Schweiz ausgerotteten Tieres hat sich in den letzten Jahren massiv erholt. Nachdem der WWF 1968 Wiederansiedlungen startete, gehen neueste Schätzungen von über 2‘000 Bibern in Schweizer Gewässern aus. Der Nager mit den imposanten Zähnen hilft bei Revitalisierungsbestrebungen, indem er Flussläufe zu seinen Gunsten umbaut, was wiederum auch vielen anderen Arten zugutekommt.

Beitrag kommentieren