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Basel soll Solarrichtlinien aufheben

  • Eliane Küpfer
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Die Solaranlage in der Basler Wohngenossenschaft Holeestrasse soll abgerissen werden. Dies nicht etwa weil sie technische Mängel aufweist – nein, die Anlage entspricht schlicht nicht dem Geschmack der Stadtbildkommission, schreibt die Tageswoche. Sie habe keine gute Gesamtwirkung. Was wie ein schlechter Witz klingt, ist bei weitem kein Einzelfall. Und die Wohngenossenschaft liegt auch nicht etwa in einer Schon- und Schutzzone, sie wäre somit von einer Baubewilligung ausgenommen, schreibt die Tageswoche weiter.

Grund für die Aufregung ist die „Richtlinie für Solaranlagen im Kanton Basel-Stadt“, die im Januar 2013 überarbeitet wurde. Als die Anlage 2012 gebaut wurde, waren die Gestaltungskriterien noch „schwammig“ formuliert und überliessen Interpretationsraum. Die neuen Gestaltungskriterien sind wesentlich restriktiver, so sind Anlagen mit Aussparungen für Dachfenster und Ablüfte nach den neuen Richtlinien Bewilligungspflichtig. Da solche Aussparungen aber eher die Regel als eine Ausnahme sind, muss für 90 Prozent der Anlagen nun eine Bewilligung eingereicht werden und die wird oft abgelehnt.

„Es zeigt sich nun, dass die erlassenen Richtlinien für Solaranlagen praxisfremd sind“, sagt der Basler Grossrat Jörg Vitelli, Präsident WBG Nordwestschweiz gegenüber den Medien. Wie ee-news.ch schreibt, drohe die Basler Solaroffensive zur Farce zu verkommen. Denn die neuen Richtlinien schrecken viele Hausbesitzer ab überhaupt Solaranlagen zu installieren. Geplante Anlagen würden durch die Richtlinien und das Baugesuch verteuert. Zudem haben Solarpannels eine Standardgrösse – wird der Abstand zum Rand des Daches vorgeschrieben, muss meist auf eine ganze Reihe Panels verzichtet werden. Muss eine Anlage umgestaltet oder die Fläche gar reduziert werden, rentiere sich der Bau derselben oft nicht mehr.  Dies wiederspspricht der vom Bundesamt für Energie BFE formuliert Energiestrategie 2050.

Der Nutzen einer Solaranlage ist über die ästhetischen Anliegen zu stellen. Daher fordert Jörg Vitelli den Regierungsrat auf, die „Basler-Solarrichtlinien“ wieder aufzuheben. Wie ee-news.ch weiter schreibt, fordert Jörg Vitelli dass Photovoltaikanlagen künftig absolut bewilligungsfrei erstellt werden können, ausser in den Schutzzonen und auf denkmalgeschützten Häusern.

Bild: Ch-info.ch [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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ee-news.ch

2 Kommentare

  • Eliane Küpfer

    Klar könnten Solarmodule auch hübsch aussehen, aber das ist noch nicht so verbreitet und oft teurer: http://naturschutz.ch/newsite/news/aus-solarfassaden-werden-designobjekte/66713 Das wird sicher die Zukunft. Gerade auch um grosse Flächen an Fasaden auszustatten.
    Aber im Moment ist es wichtig, überhaupt Solaranlagen zu bauen – auch wenn diese Aussparungen für Dachfenster haben. Sie sind sowieso auf dem Dach, wirklich störend ist es dort nicht, wenn sie in erster Linie funktional sind.

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  • Karel Novinar

    das eine tun und das andere nicht lassen, ist hier angesagt. Gefordert sind Solaranlagen, die auch ästhetischen Aspekten genügen. Es ist zu beachten, dass Solaranlagen nicht nur fantasielos aufs Dach gestellt werden können, sondern dass es auch andere Möglichkeiten gibt: fassadenintegrierte Module, Balkongeländermodule, Sonnenstorenmodule, solarthermische Ziegel, uvm. Die Architekten sind sonst ja sehr kreativ. Wieso nicht auch in Bezug auf Solaranlagen?

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