Bartgeier Ikarus gestorben

  • Gavino Strebel
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bartgeierAuch die Innerschweiz gehörte zum Verbreitungsgebiet des Bartgeiers, bevor er in den Alpen vor rund 100 Jahren ausgerottet wurde. Dass das junge Bartgeiermännchen Ikarus seit letztem Juli in der Innerschweiz seine Kreise zog, sorgte deshalb für grosses Aufsehen. Offenbar haben dem Aasfresser, der durch eine Spannweite von nahezu drei Meter beindruckt, die Lebensbedingungen in der Grenzregion der Kantone Uri, Schwyz und Glarus zugesagt.

Die Hoffnung, dass Ikarus auch weiterhin seine Kreise über der Innerschweizer Bergwelt zieht, hat sich nun zerschlagen. Anfang November wurde festgestellt, dass der Junggeier gesundheitlich angeschlagen ist. Der örtlichen Wildhut gelang es, den entkräfteten Bartgeier zu behändigen und ihn in den Natur‐ und Tierpark Goldau zu überführen.

Trotz intensiver Pflege ist der Junggeier nun gestorben. Pathologische Untersuchungen der Universität Bern zeigen, dass Ikarus an einer Nebennieren‐ und Herzmuskelentzündung litt, die möglicherweise auf eine frühere Virusinfektion zurückzuführen sind. Schliesslich führte ein Leberversagen zum Tod des erst zweijährigen Bartgeiers. Trotz der betrüblichen Nachricht ist die Stiftung Pro Bartgeier zuversichtlich, dass Bartgeier bald wieder vermehrt in der Innerschweiz beobachten werden können. Ab nächstem Jahr fördert sie nämlich die flächige Besiedlung des Alpenraums durch Bartgeierauswilderungen in den Schweizer Nordalpen.

Bartgeier-Projekt
Stiftung Pro Bartgeier

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