Bartgeier erobern die Schweizer Nordalpen

  • Dominique Haiden
  • -

bartgeierDrei junge Bartgeier starten am kommenden Samstag in einen abenteuerlichen Sommer. Kaum 90 Tage alt werden die kostbaren Jungvögel im St. Gallischen Calfeisental ausgewildert. Die speziell ausgewählten Tiere stammen aus einem internationalen Zuchtprogramm und sollen dazu beitragen, dass die wilde Bartgeierpopulation eine möglichst gute genetische Basis erhält. Der neue Projektstandort, an dem die Stiftung Pro Bartgeier im letzten Jahr erstmals eine Auswilderung durchgeführt hat, bewährt sich bestens und trägt dazu bei, dass sich Bartgeier bald alpenweit wieder ansiedeln.

Die Stiftung Pro Bartgeier hat das Ziel den Bartgeier wieder dauerhaft im Alpenraum anzusiedeln. Damit dieser eindrückliche Aasfresser schon bald im ganzen Alpenraum heimisch wird, wurden die Auswilderungen letzten Sommer vom Schweizerischen Nationalpark in die Nordalpen verlagert. Beim Eidgenössischen Jagdbanngebiet Graue Hörner, im St. Gallischen Calfeisental, wurden die jungen Bartgeier Sardona, Ingenius und Kira ausgewildert (naturschutz.ch berichtete).

Die Erfahrung aus dem ersten Jahr war überaus positiv. Die jungen Bartgeier haben sich bestens entwickelt und hielten sich in ihrem ersten Lebensjahr vorwiegend im Sarganserland und in der Innerschweiz auf. Das zeigt, dass diese Region gute Lebensgrundlagen für den Bartgeier bietet und gibt zur berechtigten Hoffnung Anlass, dass sich bis in einigen Jahren auch hier erste Brutpaare ansiedeln.

Da das Projekt auch in der Region sehr positiv aufgenommen wurde, wird die diesjährige Auswilderung wiederum im Calfeisental durchgeführt. Für das Vorhaben werden die Tiere, die aus einem international koordinierten Zuchtprogramm stammen, gezielt ausge‐ wählt. Es sind allesamt Bartgeier, die aus seltenen genetischen Linien stammen. So wird die genetische Basis der Wildpopulation entscheidend verbessert und vermieden, dass in Zukunft Inzuchtproblem auftreten können.

Weitere Informationen

Stiftung pro Bartgeier

Tierpark Goldau

Beitrag kommentieren