Die Hydrokultur kommt nun auch in die Schweiz. | © Lars Plougmann [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Hydrokultur kommt nun auch in die Schweiz. | © Lars Plougmann [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Bald Salate aus Hydrokultur in Schweiz erhältlich

  • Amanda Buol
  • 4

Erstmals soll in der Schweiz Salat in Hydrokultur angebaut werden. Durch den Anbau werden Wasser, Dünger gespart und praktisch kein Pflanzenschutzmittel mehr benötigt.

In Asiatischen Ländern ist die Hydrokultur bereits üblich. Gemüse, das in Fabriken in Rinnen wächst, ohne Erde und nur mit künstlichem Licht. Wegen hermetisch abgeschlossener Räumen und Erntehelfer in sterilen Anzüge sind Pflanzenschutzmittel fast nicht nötig, da Pilze und Bakterien bei diesen Bedingungen nicht überleben.

Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) schreibt, müssen sich die Gemüsegärtner aufgrund des immer knapper werdenden Land, der steigenden Bevölkerungszahl, drohender Dürreperioden und Krankheiten Gedanken machen, wie sie künftig mit den Ressourcen umgehen sollen. Eine Möglichkeit ist die Hydrokultur.

Erstmals wird nun in der Schweiz Salat als Hydrokultur angebaut. Im Gegensatz zu Asien wachsen die Schweizer Pflanzen nicht unter künstlichem Licht und auch die Schutzanzüge werden weggelassen. Die Hydrokultur bringe viele Vorteile, wie der LID berichtet. Das bodenunabhängige System produziere sieben Mal mehr Salate pro Jahr. Dafür werde jedoch ein drittel weniger Wasser und 80 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel benötigt. Genau wegen dem geringen Wasser-, Dünger- und Pflanzenschutzmittelverbrauch, sei diese Anbaumethode laut Studien, ökologisch Vertretbar.

Bis vor kurzem fehlten in der Schweiz Abnehmer. Coop wagt nun als erster den Verkauf von solchen Salaten. Ab dem Frühling 2016 können die Salate in grösseren Filialen gekauft werden. Sie können mitsamt Wurzelballen erworben werden und sollen so länger Haltbar sein. In anderen Ländern ist der „living Salat“ schon seit längerem im Handel.

4 Kommentare

  • Beatrix Mühlethaler

    Mich würde die Studie interessieren, um mir eine Meinung bilden zu können. Vorläufig sagt mein gesunder Menschenverstand nur: Horsol heisst nicht, dass es keinen Boden für die Produktion braucht. Dieser Verbrauch äussert sich wohl in einer Ausdehnung der Gewächshäuser. Da bevorzuge ich Bioproduktion auf echtem Böden, wo auch das ganze Spektrum der Bodenorganismen plus Laufkäfer, Ameisen, Spinnen usw. leben können. Dazu kleine Horsol-Systeme für den Eigenverbrauch auf städtischen Dächern.

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  • Britta von Pfaffenhausen

    Sieben mal mehr Salate pro Jahr bei dieser Produktion auf derselben Fläche? Also sieben mal weniger Landverbrauch? Dann gibt’s mehr Platz für…..ja, da fangen dann die Diskussionen an! Jedenfalls brauchts dann keine konventionell angebauten Gemüse mehr, da bin ich mit A.Gross einig: nur noch Bio. Auf den eingesparten Flächen mit den eingesparten Flächen der abgeschafften Viehzucht gibt’s tolle Erholungs-Naturräume!
    Und wo stehen die Hallen?Wie sieht denn das aus? So wie in den Ebenen Kretas – Plastikhäuser, so weit das Auge reicht ? Bei uns sinds dann wohl Glashäuser……. Dazu kämen dann noch die Hallen mit den Insekten, anstelle der Fleischproduktion – Landschaftsschutz, was meint ihr?

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  • Dominik Scheibler

    Und was fliesst den da in der Rinne?
    Bildet eine Pflanze, die keinem Keim ausgesetzt ist überhaupt noch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe?
    Will ich sowas überhaupt essen?
    Wie ökologisch ist den diese Nahrung für mein internes Ökosystem?

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  • Arno Gross

    Ein interessantes Produkt und offenbar sogar ökologisch vertretbar. Ob dieses Produkt nur wie Salat aussieht, oder bezüglich Nährwert, Geschmack, Konsistenz, unerwünschten Rückständen, etc. konventionell angebautem Salat ebenbürtig ist, müsste eine Untersuchung allerdings noch offenlegen.
    Falls keine relevanten Unterschiede dabei herauskämen, könnte man die konventionelle Gemüseproduktion ganz einstellen und auf den landwirtschaftlichen Böden nur noch biologischen Anbau betreiben, was für eine verlockende Vorstellung!
    Ein solches Industrieprodukt, das mit “Land“wirtschaft eigentlich nichts zu tun hat – auch wenn es möglicherweise gleich aussieht wie ein landwirtschaftliches Produkt – dürfte aber keinesfalls mit staatlichen Subventionen unterstützt werden. Dies gilt allerdings auch für andere Hors-Sol-Gemüse.

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