Bald Bartgeier in Nordalpen

  • Gavino Strebel
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bartgeierIm kommenden Jahr werden erstmals Bartgeier in den Schweizer Nordalpen ausgewildert. Damit wird dem eindrücklichen, einst im ganzen Alpenraum ausgerotteten Knochenfresser ein weiteres Stück seiner alten Heimat zurückgegeben. Eine erste Auswilderung findet im Frühsommer 2010 im St. Gallischen Calfeisental, in einem eidgenössischen Wildschutzgebiet, statt. In den nächsten 10 bis 15 Jahren sollen ein neuer Populationskeim gebildet und die genetische Basis der wildlebenden Bartgeierpopulation verbessert werden.

Auch in den Nordalpen werden bald wieder die Knochen krachen. Dafür sorgt der Bartgeier, der ab kommendem Jahr in dieser Region ausgewildert werden soll. Dieser eindrückliche Aasfresser, der am liebsten Knochen von verendeten Tieren frisst und diese zwecks mundgerechter  Zerkleinerung  aus  grosser  Höhe  auf Geröllhalden fallen lässt, war ursprünglich in der ganzen Schweiz heimisch und wurde anfangs des 20. Jahrhunderts im Alpenraum ausgerottet.

Seit  1987  wurden  in  den  Alpen  160  junge  Bartgeier ausgewildert, 26 davon im Schweizerischen Nationalpark. Dank dem Wiederansiedlungsprojekt haben sich inzwischen erste Populationskeime, wie im Raum Engadin und in Haut-Savoie und dem angrenzenden Wallis, gebildet. Allerdings, so zeigt eine aktuelle Analyse, ist die genetische Basis der Wildpopulationen noch zu klein.

Die Stiftung Pro Bartgeier will dem nun mit Auswilderungen in den Schweizer Nordalpen entgegenwirken und die flächenhafte Besiedlung des ehemaligen Verbreitungsgebiets fördern. Die intakten Wildbestände und die guten thermischen Bedingungen im eidgenössischen Banngebiet Graue Hörner bieten beste Lebensbedingungen für Bartgeier. Hier, im St. Gallischen Calfeisental, sollen im Frühsommer 2010 erstmals junge Bartgeier in dern Schweizer Nordalpen ausgewildert werden.

Stiftung Pro Bartgeier

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