Bär im Eriz. © Jagdinspektorat des Kantons Bern
Bär im Eriz. © Jagdinspektorat des Kantons Bern

Bär nach mehr als 190 Jahren wieder in Bern

  • Mélanie Guillebeau
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Das Wappentier des Kantons Bern ist nach mehr als 190 Jahren wieder zurückgekehrt: Am 26. Mai wurde ein Bär in der Gemeinde Eriz gesichtet.

Gemäss der Schweizer Forschungsorganisation für Raubtierökologie und Wildtiermanagement KORA wurde der Bär in der Gemeinde Eriz am Freitag 26. Mai von einer Person aus der Region gesichtet. Die letzte erwiesene Beobachtung eines Bären fand 1823 im Saaland – und somit vor mehr als 190 Jahren – statt.

„Das Wappentier ist in den Kanton Bern zurückgekehrt – das ist ein historischer Moment“, bemerkt Jagdinspektor Niklaus Blatter.

Junge männliche Bären – wie es das beobachtete Individuum wahrscheinlich ist – sind in der Lage grosse Distanzen in kurzer Zeit zurückzulegen. Folglich ist schwer zu sagen, wie lange, wenn überhaupt noch, sich der Bär weiter in dieser Region aufhalten wird. Zudem sei dahingestellt, ob es sich bei diesem und dem im letzten Jahr gesichteten Bären im Kanton Uri (naturschutz.ch berichtete) um ein und denselben handelt.

Ein schüchterner Geselle

In seiner Medienmitteilung lässt der Kanton Bern verlauten, dass es sich wohl um ein scheues Tier handelt. Denn das bisherige Verhalten des Bären ist, wie schon beim Urner Bär, völlig unauffällig. Die Identität und der genaue Standort des Bären werden momentan durch die Wildhut des Kantons Bern geprüft.

 „Wir werden die Situation genau beobachten und so viele Fakten zusammentragen wie möglich“, sagt Niklaus Blatter.

Beobachtungen melden:
Die vorliegende Mitteilung richtet sich primär an die Bevölkerung in der Region Eriz, letztlich aber an alle im ländlichen Raum wohnhaften Personen. Es gilt, aufmerksam und im Bewusstsein einer möglichen Bärenpräsenz, die Natur und Landschaft zu erleben.

Was beim Zusammentreffen mit einem Bären zu tun ist:

  • Melden Sie bitte umgehend jede Bärenbeobachtung (Beobachtung, Spur, Kot) dem Wildhüter oder dem Jagdinspektorat.
  • Falls Sie einem Bären begegnen: Der Bär ist ein Raubtier, halten Sie Distanz! Bleiben Sie ruhig stehen und machen Sie mit möglichst natürlichem Reden auf sich aufmerksam. Versuchen Sie auf keinen Fall, sich dem Bären anzunähern. Ziehen Sie sich langsam zurück (nicht rennen).

Weitere Informationen können Sie der Medienmitteilung des Kantons Bern entnehmen. 

1 Kommentar

  • H.R. Striebel

    Die sukzessive Rückkehr so herrlicher und trotzdem lange verfolgter Tierarten (Steinbock, Luchs, Biber, Bartgeier, Fischotter, Wolf und Braunbär) in die Wildbahn der Schweiz beweist untrüglich den Gesinnungswandel in unserer Bevölkerung. Es ist zu hoffen, dass ein solcher Wandel auch in anderen Bevölkerungen um sich greifen und auch die Rückkehr zu einem schonenden Umgang mit dem Klima bewirken möge.

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