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Axpo verzichtet auf Mayak-Uran

  • Daniela Cervenka
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Kein Uran mehr aus Mayak. Die Axpo verzichtet auf Uran-Bezüge aus einer Atomanlage, die im laufenden Betrieb grosse Mengen von Radioaktivität freisetzt und seit Jahren das ganze Gewässersystem der Region kontaminiert. Mit diesem Entscheid kommt die Axpo einer Greenpeace-Forderung nach.

Bereits 2009 hatte die Umweltorganisation in einer Recherche nachgewiesen, dass die Axpo Wiederaufarbeitungsuran aus der russischen Anlage Mayak bezieht, obwohl das Stromunternehmen dies damals bestritt. Im Herbst 2010 gab die Axpo die Uran-Bezüge in einem Interview mit der Rundschau schliesslich zu. Seither versuchte das Unternehmen den russischen Atom-Komplex mit halbherzigen Transparenzbemühungen in ein gutes Licht zu rücken. Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz, sagt: «Der Druck von Greenpeace hat gewirkt. Axpo musste einsehen, dass die massiven radioaktiven Verseuchungen, welche die Mayak-Anlage verursacht, nicht mit den eigenen Umwelt- und Sicherheitsstandards vereinbar sind.»

Doch auch wenn der Bezug-Stopp von Majak-Uran eine positive Nachricht darstellt, kann diese nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Atomstrom auch in Zukunft dreckig bleiben wird. «Auch nach diesem Entscheid bleibt der Atomstrom der Axpo dreckig. Die Uran-Förderung und –Bearbeitung sind überall auf der Welt mit massiven Umweltschäden und häufig mit Menschenrechtsverletzungen verbunden», sagt Kasser.

Die Axpo kann ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele nur erfüllen, wenn sie sich konsequent hinter den Atomausstieg stellt und die Stilllegung ihrer Atomkraftwerke vorantreibt. «Sauber ist ein Atomkraftwerk nur, wenn es abgeschaltet ist», stellt Kasser klar. Solange dies nicht geschieht, wird Greenpeace Druck ausüben, damit die Schweizer Atomkraftwerke nur Uran von Lieferanten beziehen, welche die höchsten Umwelt-Standards erfüllen. Auch die Einhaltung der Menschenrechte sowie demokratische Grundstrukturen am Produktionsort müssen Voraussetzungen für Geschäfte in diesem Bereich darstellen.

Auch das Atomkraftwerk Gösgen setzt Uran ein, aus der russischen Anlage. In den kommenden Wochen muss die Führung von Gösgen über neue Lieferverträge entscheiden. Greenpeace erwartet, dass auch Gösgen auf Mayak-Uran verzichtet und zukünftig nur mit Lieferanten arbeitet, welche ihre Produktionsbedingungen transparent darstellen und ihre Umweltbelastung  versuchen zu minimieren.

Bild: Ecodefense/Heinrich Boell Stiftung Russia/Slapovskaya/Nikulina [Attribution], via Wikimedia Commons

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