Strommast

Axpo mit am meisten Dreck

  • Nora Kieselbach
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Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat gemäss einer aktuellen Medienmitteilung untersucht, welcher Schweizer Energieversorger am meisten Dreck produziert. Berechnet wurde die Menge der produzierten radioaktiven Abfälle, die Klimabelastung und die Umweltbelastung durch die Stromproduktion von Alpiq, Axpo, BKW und Repower im In- und Ausland. Den dreckigsten Strom produziert demnach die Axpo. Bei keinem der vier grossen Schweizer Stromunternehmen spielt die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle.

Der Alpiq-Strom verursachte 2011 am meisten Treibhausgas-Emissionen: Ganze 44 Prozent wurde in fossilen Kraftwerken, fast ausschliesslich im Ausland, erzeugt, davon rund ein Viertel in Kohle- und Erdölkraftwerken. An zweiter Stelle steht Repower, die 45 Prozent in fossilen Kraftwerken im In- und Ausland produzierte. Mit 13 rsp. 8 Prozent fossile Produktion folgen Axpo und BKW. Sie besitzen zwar ebenfalls Gaskraftwerke, allerdings spielen diese eine geringere Rolle als bei Alpiq und Repower.

Pro produzierte kWh verursachte die Axpo jedoch am meisten Atommüll: 65 Prozent des Axpo-Stroms kamen 2011 aus Atomkraftwerken. Die BKW folgt an zweiter Stelle und bei Alpiq stammten immerhin noch 29 Prozent des Stroms aus AKW. Repower produziert mit Abstand am wenigsten Atommüll, weil sie nur indirekt an AKW beteiligt ist.

Im Vergleich der Umweltbelastungspunkte pro Kilowattstunde (UBP/kWh2) schneidet die Axpo wegen der hohen Atommüllproduktion mit 417 UBP pro kWh mit Abstand am schlechtesten ab. Auf Rang 2 folgt aufgrund ihres hohen Anteils an fossilen Energieträgern die Alpiq mit 344 UBP pro kWh. Die Alpiq ist zudem das einzige Schweizer Unternehmen, das Kohlekraftwerke betreibt. Strom aus Kohlekraftwerken belastet die Umwelt doppelt so stark wie Strom aus Gaskraftwerken. Die Repower weist im Vergleich zu den anderen drei Stromkonzernen einen relativ hohen Anteil Wasserstrom und nur wenig Atomstrom im Produktionsmix auf und erreichte deshalb „nur“ 211 UBP pro kWh.

Bei keinem der vier grossen Schweizer Stromunternehmen spielt die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle. Die Alpiq besitzt in der Schweiz gerade mal einen Windpark, die Axpo gar keinen. Aber auch BKW und Repower investieren bei weitem nicht genug in die neue erneuerbare Stromproduktion. Im Strom-Mix der BKW fallen gerade mal 3.78 Prozent auf neue erneuerbare Energien, bei der Axpo 0.36 Prozent, bei der Alpiq sind es 1.1 Prozent und bei der Repower 2.64 Prozent. Die Energiewende hat bei den vier grossen Schweizer Stromunternehmen daher noch nicht begonnen.

Weitere Informationen

Schweizer Energie-Stiftung SES

Bild: Guam [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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