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Axpo kauft Brennelemente wieder aus Skandalanlage

  • Redaktion Naturschutz
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Nachdem Greenpeace vor zwei Jahren enthüllt hatte, dass die Axpo ihre Brennelemente in der atomaren Dreckschleuder Majak produzieren lässt, wurde nun in einem Rundschau-Bericht bekannt, dass der AKW-Betreiber einen neuen Vertrag für Uranlieferungen aus der sibirischen Produktionsanlage Seversk abgeschlossen hat – obwohl die Umgebung in Seversk wie bei Majak weiträumig radioaktiv verseucht ist. Greenpeace fordert nun von der Axpo, endlich aus den  Uran-Geschäften mit Russland auszusteigen, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Rundschau des Schweizer Fernsehens wartete mit erschreckenden Bildern auf: Ein Kalb mit zwei Köpfen und schwerst behinderte Kinder zeugten von der radioaktiven Verseuchung rund um die russische Atomanlage Seversk. Doch genau von dort bezieht die Axpo und ihr Atomkraftwerk Leibstadt laut dem Bericht seit einem Jahr Uran für die Brennelementproduktion. Nach etlichen schweren Unfällen in der Vergangenheit setzt dieses Werk auch heute noch täglich Radioaktivität in die Umwelt frei.Besonders stossend: Seit zwei Jahren erklärte die Axpo gegenüber der Öffentlichkeit, man wolle die Brennstofflieferungen besser überprüfen. Dies, weil der Stromkonzern nach langem Zögern Greenpeace hatte recht geben und einräumen müssen, dass der Brennstoff nicht aus der Abrüstung stammt, sondern aus der Wiederaufarbeitung im berüchtigten Atomkomplex in Majak. Wie nun jedoch bekannt wurde, hat die Axpo offenbar einen 15-Jahres-Vertrag für Uran-Lieferungen aus Seversk abgeschlossen zur Herstellung von Brennelementen für das AKW Leibstadt.

Wie erschreckend die Situation in Seversk – auch bekannt als Anlage Tomsk-7 – ist ,  zeigte der Rundschau-Beitrag in aller Deutlichkeit. Eine 2008 publizierte Studie, an der Wissenschafter des Paul-Scherrer-Instituts in Würenlingen mitgewirkt hatten, dokumentiert die bedenkliche Umweltsituation rund um das Werk. Die Entsorgung der Flüssigabfälle erfolgt durch Injektion in den Boden – eine absolut untolerable Methode. «Beim neuen Vertrag für Brennstofflieferung aus Seversk kann sich die Axpo nicht mehr herausreden und behaupten, der Zwischenhändler habe nicht informiert, wie das im Fall Majak der Fall war. Hier handelt es sich um einen direkten Vertrag zwischen Axpo und der russischen Tenex, einer Staatsfirma der Rosatom-Gruppe. Und die Situation um das Werk Tomsk-7 in Seversk war bekannt», so Stefan Füglister, Atomexperte für Greenpeace.

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