Alte Lärche Gorneralp Wallis

Ausgezeichnete Alpaufwertung im Wallis

  • Nora Kieselbach
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Der mit 50’000 Franken dotierte bedeutende Naturschutzpreis der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung in Zusammenarbeit mit Pro Natura geht dieses Jahr an die Einwohner- und Burgergemeinde Mörel-Filet (VS). Vorbildlich gelingt es der Gemeinde auf der Tunetschalp, bessere Rahmenbedingungen für die alpwirtschaftliche Nutzung mit der ökologischen Aufwertung des Gebiets zu kombinieren. Das Siegerprojekt soll für andere Projekte zur naturverträglichen Weiterentwicklung der Alp- und Maiensässstufe schweizweit als Paradebeispiel dienen, wie Pro Natura mitteilt.

Die Ökologie und der landschaftliche Wert der Alp- und Maiensässstufe werden von zwei Seiten bedrängt. Vielerorts droht die Vergandung, da die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen aufgegeben wird, während andernorts die Nutzung zu intensiv und ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der fragilen Natur in diesen Höhenstufen betrieben wird. Beides führt dazu, dass die Biodiversität – die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der genetischen Mannigfaltigkeit innerhalb der einzelnen Arten – zurückgedrängt wird. Pro Natura und die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung zeichnen in diesem Jahr deshalb ein Projekt aus, das zukunftsweisend für den Erhalt dieser ökologisch, landschaftlich und kulturhistorisch wertvollen Bewirtschaftungsstufe ist: das Projekt „Natur- und Kulturlandschaft Tunetsch“ der Einwohner- und Burgergemeinde Mörel-Filet im Wallis.

Der Tunetschberg liegt auf der Schattenseite des Rhonetals auf Gemeindegebiet von Mörel-Filet und umfasst etwa 50 Hektaren landwirtschaftliche Nutzflächen, 50 Hektaren Alpweiden und rund 350 Hektaren öffentlichen Wald. In diesem Gebiet plant die Einwohner- und Burgergemeinde eine Reihe von Projekten, die sowohl die Nutzung als auch den Schutz des Gebiets zum Ziel haben. Die Tunetschalp schafft somit das seltene Kunststück eines Miteinanders von besserer Nutzung UND Naturschutz, denn allzu oft werden Alpverbesserungen nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber ohne Berücksichtigung der ökologischen Bedürfnisse geplant.

Konkret werden auf der Tunetschalp Total- und Sonderwaldreservate vertraglich gesichert, neue Nassbiotope angelegt und miteinander verbunden, die nachhaltige Pflege der Alpweiden garantiert, die den Einwuchs von Wald in die ökologisch wertvollen Weiden aufhält, eine umfassende Alpverbesserung an die Hand genommen sowie eine historische Wässerleitung saniert. Das Preisgeld von 50’000 Franken wird dabei in die Schaffung und Vernetzung der neuen Nassbiotope im Gebiet der „Rinderläger“ investiert.

Weitere Informationen

Pro Natura

Bild: Stefan Zurschmitten, Pro Natura Wallis

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