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Ausbau: Ski-Gebiet Andermatt-Sedrun

  • Corinna von Kürthy
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Die Umweltverbände Pro Natura, Pro Natura Uri und Graubünden, VCS Uri, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, WWF Schweiz, WWF Uri und Graubünden und mountain wilderness teilten diese Woche mit, dass im Zusammenhang mit dem Ausbau des Ski-Gebiet Andermatt-Sedrun bei den Verhandlungen zwischen den Umweltverbänden, dem SAC, dem Kanton Uri sowie der Andermatt Surselva Sport AG (ASS) Kompromisse erzielt werden konnten, die einige Verbesserungen für die Natur und Landschaft bringen.

In einem zähen Ringen konnten die Umweltverbände erreichen, dass das neue Skigebiet verkleinert, natur- und landschaftsverträglicher und mit Ersatzmassnahmen für Natur und Landschaft versehen wird. Hauptstreitpunkt der Verhandlungen waren die Dimensionen des Projektes sowie die natur- und landschaftsverträgliche Ausführung der neuen Anlagen. Mit dem gefundenen Kompromiss in Form einer Vereinbarung wurde im Rahmen der Möglichkeiten eine akzeptable Lösung gefunden, hinter die sich die Umweltverbände stellen können.

Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär, markiert stellvertretend für die involvierten Umweltverbände deutliche Distanz zum Projekt: „Das neue Skigebiet ist für uns ein Beispiel für den Trend zum Wettrüsten in den Alpen, den wir ablehnen: Immer grössere Skigebiete führen zu mehr Pisten, mehr Anlagen und noch mehr Schneekanonen. Auch in Andermatt-Sedrun werden heikle Landschaften beeinträchtigt und zum Teil zerstört. Aber es gibt kein Gesetz, das ein Skigebiet in diesem Gelände verbietet. Wir konnten wenigstens erreichen, dass die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft kleiner ausfallen werden.“

Den weiteren Prozess im neuen Skigebiet Andermatt-Sedrun werden die Umweltorganisationen nach wie vor konstruktiv-kritisch begleiten. Weitere Informationen über die konkreten Vereinbarungen zum Ausbau des Skigebietes Andermatt-Sedrun findet ihr hier.

Bild: High Contrast [CC-BY-3.0-de ], via Wikimedia Commons

2 Kommentare

  • Karel Novinar

    Natürlich wurde da jeden Tag 24 Stunden lang herumgeballert, sodass jegliches Getier verschwindet oder abgeschossen wird?! Nein, es gab immer wieder längere Schiesspausen, wo das Wild und andere Tiere grosse Flächen ungestört nutzen konnten. Das wird nun zumindest im Winter vorbei sein, wenn Tausende von lärmenden Touristen die neuen Skipisten herunterrasen. Ausserdem werden heute Skipisten im Sommer in den Hang hineinplaniert und -gebaut; früher wurden sie einzig im Winter mit Pistenbullis oberflächlich bearbeitet. Es wird also vieles nicht mehr wie früher sein. Und ob die Leute im Urserental wirklich von diesem Pharao nachhaltig und in ferne Zukunft profitieren werden, steht in den Sternen. Bis jetzt hat er nur höhere Miet- und Kaufpreise für Wohnungen und Häuser verursacht, teilweise sogar so, dass Einheimische abwandern mussten. Aber darüber liest man leider nirgends etwas, weil es die euphorisierten Politiker/innen und Möchtegerns nicht wahrhaben wollen. Dass die Umweltverbände Kompromisse – sprich Abstriche beim Umweltschutz – eingehen, finde ich in diesem Zusammenhang ziemlich pervers.

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  • Astrid

    Gemäss Otto Sieber werden „heikle Landschaften“ zwischen Andermatt-Sedrun beinträchtigt und zerstört. Wissen Sie überhaupt, wie das Gebiet im Sommer aussieht und wie es vorher genutzt wurde? Dort ist kein Wild zuhause.In den letzten Jahrzehnten wurde das Gebiet durch das Militär genutzt, es wurden Schiessübungen und Wettrüsten veranstaltet, das ganze Gebiet ist durchlöchert von Bunkern, im Sommer fand man massensweise Patronenhülsen usw.(wo war da der Umweltschutz??) Für uns Einheimische ist der Ausbau der Skiliftanlagen die Chance, und allemal besser als Schiessübungsanzeigen, zudem haben so zwei Regionen, Ursern und Surselva die ums Ueberleben und mit Abwanderung kämpfen, wieder eine Perspektive. Ich bin auch für den Schutz der Umwelt, aber am richtigen Ort!!

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