Eifersuchtsdrama gibt es auch bei Orang-Utans. | © Eric Kilby, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Eifersuchtsdrama gibt es auch bei Orang-Utans. | © Eric Kilby, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

„Auftragsmord“ bei Orang-Utans beobachtet

  • Amanda Buol
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Zum ersten Mal konnten Forscher einen angestifteten Mord unter Orang-Utans beobachten. So wurde gezielt ein Weibchen attackiert, welches an den Folgen starb.

Forschende der Universität Zürich beobachteten erstmals ein Beziehungsdrama mit tödlichem Ende bei Borneo-Orang-Utans. Dabei soll das jüngere Orang-Utan-Weibchen ein befreundetes Männchen dazu angestiftet haben ihre Rivalin zu attackieren. Das angegriffene Weibchen verstarb zwei Wochen später an den Folgen des Angriffs.

Wie Anna Marzec, Hauptautorin der Publikation, sagt, war bisher nicht bekannt, dass Orang-Utan-Männchen und Weibchen solche Koalitionen eingehen. Zwar seien Auseinandersetzungen zwischen Orang-Utan-Weibchen bekannt, diese enden jedoch nicht tödlich. In diesem Fall spielten weitere Faktoren mit. Das attackierte Weibchen war bereits sehr alt und verletzlich. Ausserdem habe das jüngere Weibchen erst vor kurzem ihr Kind verloren und galt daher als sehr aggressiv. Offenbar konnte sie das Männchen überzeugen, die unangenehme „Arbeit“ für sie zu erledigen. Laut den Forschern werfe dieses Geschehen ein neues Licht auf das Sozialverhalten der Tiere.

Orang-Utans leben für gewöhnlich alleine und kommen höchstens während der Paarungszeit zusammen. Weibchen leben normalerweise in der Region, in der sie geboren wurden. Die Männchen dagegen wandern in einem grossem Radius umher.

1 Kommentar

  • Peter Voser

    Was geschehen ist, hat die Beobachterin wohl gut protokolliert. Dies vom kriminalistischen Blickpunkt aus zu beschreiben, wäre bestimmt unsinnig. Sie beschreibt eine Keilerei mit Todesfolge. Die Angegriffene musste weg. Eine Absicht, diese zu töten darf bezweifelt werden. Das Wort „Mord“ ist wohl aus dem Bestreben nach Publizität entstanden. Der berühmte Verhaltensforscher Hans Kummer forderte von den Studenten ein möglichst sachliches Aufnehmen der Sachverhalte, gerade bei Primaten, wo die Versuchung nach Vergleichen mit dem Menschen besonders gross ist. Dass unser Militarismus seine Ursprünge in der langen Geschichte der Menschwerdung hat, ist dabei unbestritten. Aber da wischen wir wohl besser vor der eigenen Höhle. Peter Voser

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