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Aufräumarbeiten in Fukushima gestartet

  • Sophie Ryser
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Endlich passiert etwas in Fukushima! Gestern wurde mit der Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 des havarierten Atomkraftwerks in Japan begonnen. Die Bergung aller Brennelemente wird wahrscheinlich bis Ende nächsten Jahres dauern.

Im März 2011 wurde das Kraftwerk bei einem Erdbeben und anschliessendem Tsunami beschädigt. Einige Tage danach zerstörte eine Wasserstoffexplosion den Reaktor 4, Trümmer fielen in das Abklingbecken, in welchem 1533 Brennelemente aufbewahrt waren. Da die Gefahr besteht, dass dieses Wasserbecken einstürzen könnte, müssen die Brennelemente dringend entfernt und an einen sicheren Ort gebracht werden. Ein Unfall könnte eine Kernschmelze zur Folge haben, welche eine unvorstellbar grosse Menge an Strahlung freisetzen könnte.

Wie der Tagesanzeiger berichtet, werden die jeweils etwa 300 Kilogramm schweren Brennelemente mit einem Kran aus dem Wasser in einen Transporttank umgeladen. Anschliessend werden sie in ein etwa 100 Meter entferntes Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände gebracht. Wo die Endlagerung schliesslich sein wird, ist noch nicht bekannt. Für die Arbeiter ist der Abtransport mit grossen Risiken verbunden. Es befinden sich immer noch Trümmer im Abklingbecken, welche beim Herausziehen der Brennelemente diese beschädigen können. Zudem beträgt die Strahlung in der Halle etwa 36 Mikrosievert pro Stunde, normal wären 0,2 bis 0,7 Mikrosievert pro Stunde.

Sobald alle Brennelemente entfernt sind, kann mit dem Abbruch des Kraftwerks begonnen werden. Sofern es nicht zu weiteren Zwischenfällen kommt, dürften diese Arbeiten etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

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Bild: kawamoto takuo [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

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