© Rainforest Action Network [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Rainforest Action Network [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Aufgrund industrieller Landwirtschaft: Grosser weltweiter Waldverlust erwartet

  • Kathrin Ruprecht
  • -

In den kommenden 15 Jahren droht der Erde ein erheblicher Waldverlust. Bis 2030 werden es laut einer neuen WWF-Studie ca. 170 Millionen Hektar sein. Am stärksten unter der Entwaldung leiden die Wälder der Tropen. Besonders betroffen ist der Amazonas-Regenwald: Er könnte um einem Drittel schrumpfen.

Der Erde droht in den nächsten 15 Jahren ein erheblicher Waldverlust: Bis zu 170 Millionen Hektar – die vierzigfache Fläche der Schweiz – werden laut WWF bis 2030 verloren gehen, wenn die aktuellen Entwicklungen nicht aufgehalten werden. In einer neuen Studie identifiziert der WWF elf Entwaldungsfronten, an denen weltweit mit riesigen Verlusten zu rechnen ist. Die meisten Abholzungsgebiete liegen in den Tropen, zu den wichtigsten zählen der Amazonas, die Mekong-Region sowie Borneo, berichtet der WWF Schweiz.

Die Gründe für die Entwaldung variieren von Gebiet zu Gebiet. Der mit Abstand wichtigste Faktor ist global gesehen jedoch die industrielle Landwirtschaft. Insbesondere die Viehhaltung und der Anbau von Palmöl und Soja in riesigen Monokulturen verschlingen immer grössere Flächen. Auch wenn die grossen Entwaldungsfronten weit entfernt von der Schweiz liegen, trägt auch unser Land mit dem Holz-, Papier-, Palmöl- oder Soja-Konsum zur Entwaldung bei.

Der grösste Waldverlust droht dem Amazonas, wo der WWF bis ins Jahr 2030 einen Rückgang von bis zu 48 Millionen Hektar veranschlagt. Damit würde fast ein Drittel des grössten Regenwaldgebiets der Erde verschwinden. Grund: Im Amazonas-Gebiet wächst die Agrarindustrie besonders stark – und damit zusammenhängend muss noch mehr Wald neuen Infrastrukturbauten wie Strassen und Kraftwerken weichen. „Brasilien ist gerade dabei, sämtliche Erfolge beim Umweltschutz der letzten Jahrzehnte zu opfern“, sagt Roberto Maldonado vom WWF Deutschland.

Die Waldzerstörung heizt auch den Klimawandel an, da Wälder Treibhausgase in Form von Kohlenstoff speichern. Allein in den Tropen sind 291 Gigatonnen klimawirksamer Treibhausgase gebunden, das entspricht mehr als dem siebenfachen des jährlichen CO2-Ausstosses weltweit. Daneben beherbergen die Wälder auf der Südhalbkugel einen Grossteil der weltweiten Artenvielfalt – alleine im Amazonas gibt es 16‘000 Baumarten.

Voraussetzung für eine Trendumkehr ist nach Ansicht des WWF, die wichtigen Funktionen des Waldes für den Menschen zu erkennen: Wälder versorgen uns mit sauberem Wasser, schützen uns vor Erosion und Fluten und stabilisieren unser Klima. Setzen wir das aufs Spiel, verlieren wir mehr als etwas zusätzliches Wirtschaftswachstum.

Beitrag kommentieren