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Nicht einheimisch: der Kamberkrebs | © Thomas Stucki

Auf den Pfäffikersee dürfen nur gereinigte Boote

  • Amanda Buol
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Oft werden nicht heimische Lebewesen meist unbeabsichtigt in unsere Seen verschleppt oder absichtlich dort ausgesetzt. Stark ausbreitende Arten können Probleme verursachen und kaum aus den Gewässern entfernt werden. Darum hat das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich das Pilotprojekt „Neobiota-Freihaltezone Pfäffikersee“ lanciert, um den Pfäffikersee frei von Problemarten zu halten.

In der Schweiz verbreiten sich zunehmend gebietsfremde Arten, sogenannte Neobiota. Diese Tiere und Pflanzen können erhebliche Schäden am Ökosystem, beim Menschen oder an Infrastrukturanlangen verursachen. Auch in Gewässern können sie Probleme bereiten, in dem sie sich stark ausbreiten und einheimische Arten verdrängen. Dies gefährdet die Artenvielfalt. Wie das aktuelle Beispiel am Sempachersee zeigt, wo die mit dem amerikanischen Grosskrebs eingeschleppte Krebspest die einheimischen Edelkrebse bedroht (lesen Sie auf naturschutz.ch nach).

Der Pfäffikersee im Zürcher Oberland ist ein gut funktionierendes Ökosystem und bietet zahlreichen seltenen und gefährdeten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Bis heute ist er kaum von gebietsfremden Arten besiedelt. Da jedoch der nahe gelegene Greifensee und der Zürichsee bereits von einigen invasiven Neobiota befallen sind, sind neue Arten auch im Pfäffikersee zu erwarten, berichtet das AWEL. Um dies zu verhindern, setzt das Amt in Absprache mit den lokalen Gemeinden und Vereinen das Pilotprojekt „Neobiota-Freihaltezone Pfäffikersee“ um. Ziel dieses Projekts sei, den See möglichst von schädlichen gebietsfremden Arten freizuhalten und das wertvolle heutige Ökosystem zu erhalten.

Eine wichtige Rolle bei dem Pilotprojekt spielt die Sensibilisierung von Fischern, Bootsbesitzern und Wassersportlern. Sie können unbeabsichtigt invasive Arten aus anderen Gewässer einschleppen, da Neobiota an Booten, anderen Schwimmkörpern und Ausrüstungsgegenständen haften bleiben oder in Wasserrückständen in der Ausrüstung mittransportiert werden können. Deshalb müssen Boote vor dem Einwassern in den Pfäffikersee sorgfältig gereinigt werden, dasselbe gilt für das restliche Material. Zudem dürfen lebende Köderfische nicht von anderen Seen in den Pfäffikersee gelangen. Die Massnahmen werden voraussichtlich von 2016 bis 2018 umgesetzt.

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