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Atomforschung trotz Atomausstieg?

  • Eliane Küpfer
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Mit der Energiestrategie 2050 hatte der Bundesrat das Ziel des schrittweisen Ausstiegs der Schweiz aus der Kernenergie festgehalten, wie Naturschutz.ch berichtete. Doch jetzt wollen der Bundesrat und das Parlament die Atomforschung massiv fördern, schreibt der Infosperber.

Konkret geht es um die Fortsetzung der Mitfinanzierung des EU-Forschungsprogramm-Pakets „Horizon 2020“.  Dabei handelt es sich um ein EU-Förderprogramm für die Forschung, welches die Vernetzung der Forschenden und den grenzüberschreitenden Austausch der Infrastruktur fördern soll. Das Parlament hat entschieden dieses Programm mit 4.4 Milliarden Schweizerfranken zu unterstützen, wovon 263 Millionen Franken den Euratom-Programmen, also der Atomforschung, zukommen würden, schreibt die Schweizerische Energiestiftung. Ein Antrag, der die vorgesehene Weiterführung der Euratom-Programme für die Jahre 2019-2020 streichen wollte, wurde abgelehnt.

Euratom steht im Widerspruch zur Energiewende
Die Forschung in den wichtigen Bereichen wie dem Rückbau stillzulegender Reaktoren und der Entsorgung radioaktiver Abfälle sind zwar Bestandteile der Euratom-Forschung, doch viel Geld soll auch in die Forschung im Bereich Kernfusion sowie neue Reaktortechnologien oder Brennstoffe (z.B. Thorium) fliessen, schreibt die  SES weiter. Laut Jürg Buri, Geschäftsleiter der SES „werden hier Millionen verbraten, ohne dass hier jemals irgendeine bezahlbare Kilowattstunde Strom resultieren wird.“

Doch die Schweiz befürchtet wohl, dass sie nicht am „Horizon 2020“-Programm teilnehmen könnten, sollten sie sich bei Euratom quer stellen. Dann würden Schweizer Universitäten wichtige Forschungsgelder entgehen. Dabei haben andere Länder gezeigt, dass es möglich ist,  Ausnahmen zu erwirken, schreibt der Infosperber weiter.

Die SES fordert den Ständerat auf, auf die unnötige Kernfusions- und Reaktorforschung zu verzichten. So werden grosse finanzielle Mittel frei, die vollumfänglich in andere, zukunftsrelevante Forschungsbereiche umgelenkt werden können.

Bild: Tim Kowalewski [Public domain], via Wikimedia Commons

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