Anoplophora glabripennis Asiatischer Laubholzbockkäfer

Asiatischer Bootsflüchtling macht Ärger

  • Nora Kieselbach
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Im Gebiet des Rheinhafens in Basel wurden Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers entdeckt, wie die Basler Zeitung BAZ in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zeigt sich besorgt, denn das Insekt gilt als höchst schädlich für die heimische Pflanzenwelt.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) – bzw. seine Larven – wurden innerhalb des Hafenareals in Holzpaletten einer Steinlieferung aus Ostasien festgestellt: speziell trainierte Spürhunde aus Österreich konnten eine tote und zwei lebende Larven des Käfers im Verpackungsholz aufspüren. Um in Zukunft regelmässige Kontrollen durchführen zu können, werden derzeit auch fünf Schweizer Katastrophenhunde dazu ausgebildet, den Duft des Schädlings zu erkennen.

„Es ist nicht erfreulich, dass wir diese Larven gefunden haben“, zeigt sich Martin Büchel vom BAFU besorgt. Die Larven waren kurz vor der Verpuppung, worauf die Käfer geschlüpft wären. Für den Menschen sei das Insekt nicht gefährlich, es zerstört jedoch Laubbäume und gilt gemäss der Pflanzenschutzverordnung als besonders gefährlicher Schädling.

Zuerst befällt der Bockkäfer die Äste in den Kronen der Laubbäume; später legen die Weibchen Eier, woraus dann die Larven schlüpfen, die sich durch das Holz fressen. Befallene Bäume weisen charakteristische, runde, etwa einen Zentimeter dicke Löcher auf; am Stammfuss liegen zudem Bohrspäne. Durch den Larvenfrass werden die Versorgungsbahnen des Baumes unterbrochen und er stirbt ab.

Im letzten Jahr wurde der gefährliche Baumschädling erstmals in der Schweiz – im Kanton Freiburg – nachgewiesen; weitere Sichtungen stammen aus Süddeutschland. Die Bevölkerung wird daher aufgefordert, bei einem Verdachtsfall sofort die zuständigen kantonalen Stellen zu informieren. Nützlich sei auch, den Käfer in einem geschlossenen Glasbehälter oder einer PET-Flasche aufzubewahren, um ihn den Behörden abzugeben. Befallene Bäume müssen sofort gefällt und deren Holz verbrannt werden.

Weitere Informationen

BAFU

Bild: University of Illinois/James Appleby

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