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Artenvielfalt und Wasserpolitik

  • Eliane Küpfer
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Am heutigen Tag der Artenvielfalt gibt es für die Schweizer Gewässer nichts zu feiern. Weil der Gewässerschutz oft Papier bleibt, nimmt die Artenvielfalt in den Gewässern ab, schreibt der WWF. „Die Behörden sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Fliessgewässer zu schützen. Doch faktisch machen sie zurzeit das Gegenteil“, ärgert sich der WWF-Gewässerexperte Dani Heusser.

Die letzten natürlichen Gewässerabschnitte sind durch den geplanten masslosen Ausbau der Wasserkraft bedroht. Restwassersanierungen unterhalb von Wasserkraftwerken werden nur lasch oder gar nicht umgesetzt. Und die Politik plant, im Zuge der Energiewende den geltenden Gewässerschutz massiv zu schwächen. Gleichzeitig gibt es eine Flut von neuen Projekten für kleine Wasserkraftwerke. Hunderte von Kleinkraftwerken sollen mit Bundessubventionen gebaut werden, obwohl sie nur marginal zur Stromversorgung beitragen.

„Die letzten natürlichen Flüsse und Bäche brauchen unseren Schutz. Die Schweiz als Wasserschloss hat hier eine besondere Verantwortung“, sagt Luca Vetterli von Pro Natura. Wenn sich der verhängnisvolle Trend nicht stoppen lässt, wird das Leben in unseren Gewässern weiter verarmen. Bereits heute sind zwei Drittel der Fischarten auf der Roten Liste.

Bild © Richi Stadelmann

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