Appell an umweltbewusste WalliserInnen

  • Redaktion Naturschutz
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„Die September-Session 04 geht als trauriges Kapital in die Umweltgeschichte des Wallis ein. In dieser Session hat der Grosse Rat über die Besteuerung der Motorfahrzeuge, über Agenda 21 und die Verwendung der LSVA-Gelder im Kanton beraten.
Mit konkreten Vorschlägen versuchte die SP die Vorlage der Verwendung der LSVA-Gelder in Richtung Güterverlagerung; Geld für Lärmschutzmassnahmen, Verbesserungen für die Luft, sichere Velo- und Fusswege und vermehrte Kontrollen bei den Lastwagen zu lenken. Erfolglos. Ihr Antrag bekam gerade 19 von 130 Stimmen. Die Betonlobby hat den staatsratlichen Vorschlag nochmals verschlechtert. Nun werden 70 % der LSVA-Gelder für den Bau und den Unterhalt der Strassen verwendet. Nur 10 % sollen für die Verlagerung auf die Schiene eingesetzt werden.
Bei der Agenda 21 wurde der Vorschlag des Staatsrates durch die vorberatende Kommission derart verwässert, dass es den Namen Agenda 21 nicht mehr verdient.
Das Gesetz über die Motorfahrzeugsteuer wurde seit 1952 zum ersten mal überarbeitet. Resultat: die Besteuerung der Zweitfahrzeuge fällt total weg, die Steuern werden zwar für kleinere m3 etwas gesenkt, aber für die höheren Klassen nur wenig angehoben. Das Wallis bleibt das Billigland fur Motorfahrzeuge.
Zudem – als Bonbon – erklärte Narcisse Seppey in aller Öffentlichkeit, dass der Wolf im Wallis eingesetzt wurde.
So sieht es aktuell in Sachen Umweltbewusstsein im Walliser Parlament aus. Die SP Oberwallis mit ihren 5 Sitzen kämpft gegen eine breite Front von Gleichgültigkeit, Unwissen und Betonpolitik an. Die grosse bürgerliche Übermacht hat es nicht einmal nötig, auf die Argumente der SP einzugehen.
Ich bitte Euch alle; werdet aktiv – sei es durch Leserbriefe, Aktionen, in dem ihr auf die Listen geht und öffentlich Positionen bezieht. Einmal im Jahr einen Mitgliederbeitrag in einer Umweltorganisation einzubezahlen, genügt nicht mehr!

Susanne Hugo-Lotscher, Fraktionsprasidentin SP Oberwallis, Geschaftsleiterin VCS Wallis (gekürzt)

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www.umwelt-oberwallis.ch

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