Antarktis pinguin

Antarktis-Schutzgebiet: Chance verpasst!

  • Eliane Küpfer
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Sechs Tage dauerte die Konferenz der Internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Ressourcen in der Antarktis (kurz CCAMLR) in Bremerhaven. Auch beim zweiten Anlauf scheiterte der Versuch der 25 Mitgliedsstaaten in der Antarktis zwei Meeresschutzgebiete auf den Weg zu bringen, schreibt Greenpeace Schweiz.

Auf der einen Seite wollten Neuseeland und die USA etwa 2,2 Millionen Quadratkilometer im Rossmeer unter Schutz zu stellen. Zudem schlugen Australien und die EU vor ein Gebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometer im Osten der Antarktis zu schützen. Es wären die grössten Meereesschutzgebiete der Welt gewesen. Und sie wären einzigartig gewesen, denn gerade die Ross-See gilt als extrem ursprünglich, schreibt der SPIEGEL ONLINE.

Durch das extreme Klima und die Meeresströmungen sind die Gewässer sehr nährstoffreich, das lässt Krill gut gedeihen. Dieser ist wiederum Lebensgrundlage für eine reiche Fischgemeinschaft und die zieht ihrerseits Meeressäuger wie Delfine, Wale und Robben, aber auch Seevögel und Tintenfische an. Ein solcher Reichtum weckt aber auch Begehrlichkeiten. Krill ist eine ergiebige Futterquelle für Fischfarmen und ein Schutzgebiet würde auch ein Verbot der Fischerei mit sich bringen.

Bereits beim letztjährigen Treffen in Australien hatten sich Norwegen, China, Japan, die Ukraine und vor allem Russland gegen die Einrichtung eines Schutzgebietes gesträubt, schreibt der SPIEGEL ONLINE weiter. Russland zweifelte gar die rechtlichen Befugnisse der CCAMLR an, in der Antarktis ein Schutzgebiet einzurichten. Dabei wäre dieses dringend notwendig, denn die Flora und Fauna der Meere seine durch menschliche Begierden stark bedroht und stünden unter wachsendem Druck. Grund dafür ist neben der Fischerei auch die Rohstoffförderung sagte Onno Groß, Direktor der Meereschutzorganisation Deepwave, zum SPIEGEL ONLINE.

„Ich habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt“, sagte Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn. „ Die letzten fast unberührten Gebiete wie das Rossmeer oder die östliche Antarktis brauchen dringend unseren Schutz.“ Der kann nun frühestens beim CCAMLR-Treffen im Oktober beschlossen werden. „Die CCAMLR muss sich endlich ihrer Aufgabe stellen und bei der nächsten Sitzung in Hobart das weltweit grösste Netzwerk an Meeresschutzgebieten beschliessen“, fordert Menn.

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Greenpeace Schweiz

Bild: Liam Quinn from Canada [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

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