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And the winners are . . .

  • Manuela Just
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Die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz haben heute an einer Medienkonferenz in Davos besonders krasse Menschenrechtsverstösse und Umweltsünden von Unternehmen gebrandmarkt. Den Jurypreis erhielt der britische Bankkonzern Barclays. Der Publikumspreis ging via Internet-Voting an Vale.

Für ihre Spekulationen mit Nahrungsmitteln verlieh die Fachjury der britischen Grossbank Barclays den Public Eye Global Award. Die Nahrungsmittelspekulantin treibt die Nahrungsmittelpreise auf Kosten der Ärmsten in die Höhe. Allein im zweiten Halbjahr 2010 wurden weltweit 44 Millionen Menschen durch steigende Nahrungsmittelpreise in extreme Armut gedrängt.

Der Publikumspreis ging an Vale, knapp gefolgt von Tepco und Samsung. An der Online-Abstimmung beteiligten sich 88 766 Menschen, mehr als je zuvor. Der brasilianische Minenkonzern Vale ist weltweit der der grösste Eisenerzhersteller. Bezüglich Menschenrechtsverstössen und Naturausbeutung ist der 60-jährige Konzern kein unbeschriebenes Blatt. Momentan beteiligt sich Vale am Bau des Belo-Monte-Staudamms im Amazonas. Dieser hat voraussichtlich 40 000 Zwangsumsiedlungen zur Folge. Die Betroffenen erhalten weder Mitsprache noch Entschädigung. Eine Fläche so gross wie der Bodensee soll unter Wasser gesetzt werden, mit verheerenden Auswirkungen für die indigene Bevölkerung sowie für Flora und Fauna.

Die Verleihung des Public Eye Awards findet nicht zufällig zur gleichen Zeit und am gleichen Ort wie das Weltwirtschaftsforum WEF statt. „Der Public Eye Award ist unsere Chance, den Unternehmensführer/innen … zu zeigen, dass die Menschheit und die Umwelt auch eine Stimme haben“, so Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International und Mitglied der Jury. Die Trägerorganisationen und Nominierenden der Public Eye Awards verlangen von der Politik rechtlich verbindliche Regeln für mehr Unternehmensverantwortung. Sie haben sich mit anderen Organisationen und Verbänden zur Allianz „Recht ohne Grenzen“ zusammengeschlossen. Diese fordert Bundesrat und Parlament auf, Firmen mit Sitz in der Schweiz zur Achtung von Menschenrechten und Einhaltung vom Umweltstandards gesetzlich zu verpflichten.

US-Ökonom und Nobelpreisträger Professor Joseph E. Stiglitz, Stargast der Preisverleihung, richtete seinen Blick auf die Weltwirtschaftskrise: „Um unseren Planeten und unsere Gesellschaft zu schützen, sind zwei Sachen grundlegend. Zum Einen brauchen wir staatliche Regulierungen, um Missbrauch zu verhindern. Es braucht aber noch mehr; Einzelpersonen und Unternehmen müssen ihre Vorstellung von Eigeninteresse ausweiten. Die privilegiertesten Menschen und Gesellschaften dieser Erde werden nicht für immer von den Konsequenzen verschont bleiben. Es ist also im Interesse aller, – sogar der reichsten 1 % – dass es unserem Planeten gut geht, und dass der Graben zwischen den Reichen und den Armen sich nicht noch mehr vertieft.“

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Bild: Public Eye Awards 2012

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