Amphibienwanderungen

  • Nora Zoller
  • -

wasserfroschIm Frühling wandern wieder Millionen von Fröschen, Kröten und Molchen zu ihren Laichplätzen. Die Tiere kommen jeweils fast gleichzeitig aus ihren Löchern und begeben sich auf Wanderschaft. Bei Einbruch der Dämmerung hüpfen sie zielstrebig in Richtung Teich und lassen sich kaum noch aufhalten.

Wie die Orientierung bei diesen Tieren funktioniert, ist noch immer nicht vollständig bekannt. Die meisten Arten kehren nämlich im Frühjahr an das Gewässer zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Ihr Ziel finden sie dabei über Distanzen von bis zu 5 Kilometern. Wenn ein Laichgewässer nicht mehr existiert, können manche Tiere aber ein neues Gewässer suchen.

Während ihrer Wanderung im Frühling finden zahlreiche Amphibien ein vorzeitiges Ende auf der Strasse. Deshalb werden an verschiedenen Orten schon im Februar Zäune aufgestellt. Die wandernden Tiere hüpfen diesem Hindernis entlang und fallen in die im Boden versenkten Eimer. Dann werden sie von freiwilligen Naturschützern über die Strasse getragen.

Weil Molche über die Zäune klettern und gewisse Arten nicht nur im Frühling wandern, kann mit den aufwändigen Eimer-Aktionen leider nur ein Teil der Amphibien geschützt werden. An stark befahrenen Strassen können meist nur Amphibientunnels Abhilfe schaffen. Der Bau von solchen Tunnels kostet allerdings fast 20’000 Franken pro Tunnel und auf einer Strassenstrecke von einem Kilometer sind bis zu 20 dieser Durchgänge nötig.

Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich bei der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) melden.

Beobachter Natur

Beitrag kommentieren