walnussfliege

Amerikanische Walnussfruchtfliege in der Schweiz

  • Monika Jung
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walnussfliegeDer Klimawandel ermöglicht es Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Gebieten sich in der Schweiz auszubreiten. Die Neuankömmlinge können unseren Landwirten gewaltig zu schaffen machen. Die Freude über die anstehende Walnussernte wird bei vielen Schweizer Nussbaumbesitzern in diesem Jahr getrübt sein: Die Nüsse werden schon am Baum schwarz und die Fruchthülle klebt schmierig an der Nuss. Ursache ist die Walnussfruchtfliege, deren Larven zwar selten den Nusskern befallen, aber die Ernte zu einer schwierigen und schmutzigen Angelegenheit machen.

Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa), ursprünglich im Südwesten der USA und in Mexiko beheimatet, wurde in den 1980er Jahren nach Europa eingeschleppt. Etwa 15 Jahre lang konnte der Alpenkamm die Art abhalten, vom Tessin in die Nord-Schweiz vorzudringen. Seit etwa 2005 ist die Ausbreitung dieser Art nun in der ganzen Schweiz nicht mehr aufzuhalten.

Um die Einschleppung oder Einwanderung weiterer gebietsfremder Insekten zu erschweren, muss man die Ausbreitungswege und -faktoren kennen. Insektenspezialisten an der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW haben die Walnussfruchtfliege näher erforscht und die Resultate zeigen, dass die Kälte-Barriere am Alpenkamm wegen des Klimawandels immer schmaler und daher überwindbar wird. So schrumpfte der für die Fliege ungünstige Bereich im Gotthardgebiet von ehemals 50 km vor 1990 auf durchschnittlich 20 km in den letzten 10 Jahren.

Agroscope (Artikel)

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