Alpenquerender Güterverkehr: Nationalrat verschiebt Verlagerungsziel weit hinaus

  • Redaktion Naturschutz
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Um den alpenquerenden Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern, braucht es ein neues Instrument. Diese soll Alpentransitbörse heissen: Eine begrenzte Zahl von Lastwagenfahrten durch die Alpen soll versteigert werden. Nach Bundesrat und Ständerat steht nun auch der Nationalrat hinter dieser Idee, wie swissinfo.ch schreibt. Allerdings verzichtete der Nationalrat darauf, dem Bundesrat bei der Einführung der Transitbörse freie Hand zu lassen. Er gab der Regierung lediglich die Erlaubnis, mit der EU Verhandlungen aufzunehmen.
Das Verlagerungsziel schob der Nationalrat nach hinten. Frühestens ab dem Jahr 2019 sollen nicht mehr als 650 000 Lastwagen die Schweizer Alpen queren. SP, CVP und Grüne machten sich vergeblich für das Jahr 2012 stark. Ihr Minderheitsantrag wurde mit 89 zu 83 Stimmen knapp abgelehnt.
Der Verein Alpeninitiative ist frustriert: „Der Nationalrat verschiebt das Verlagerungsziel auf den St. Nimmerleinstag und missachtet damit den Volkswillen und die vitalen Anliegen der Gotthardkantone.“ Immerhin habe der Nationalrat eine Hürde zur Einführung der Alpentransitbörse beseitigt. Die Zahl der Lastwagen aber werde weiter zunehmen, da in naher Zukunft kein weiteres Verlagerungsinstrument zur Verfügung stehe.

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swissinfo.ch
Alpeninitiative

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