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Alpenkonvention braucht ein Gesicht

  • Monika Jung
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alpen20 Jahre Alpenkonvention – ein Grund zum Feiern, sollte man meinen. Doch das Fazit der CIPRA, die als Geburtshelferin für den Staatsvertrag wirkte, fällt durchzogen aus. Zwar wurden im Geiste der Alpenkonvention einige Aktivitäten und Netzwerke gestartet, die der nachhaltigen Entwicklung in den Alpen dienen. Die Gremien der Alpenkonvention selber aber wirken teils gelähmt oder drehen sich im Kreis. 20 Jahre lang wurde über Inhalte debattiert und wurden Lösungen erstritten. Die Erkenntnisse, was zu tun ist, liegen auf dem Tisch. Nun geht es darum, die Alpenkonvention in Wert zu setzen in den Alpenregionen. Die MinisterInnen haben am 8./9. März an der 11. Alpenkonferenz im slowenischen Brdo die Gelegenheit dazu.

Der Ratifizierungsprozess stockt. Die Schweiz, die im März von Slowenien den Vorsitz übernimmt, hat noch kein einziges Durchführungsprotokoll ratifiziert. Die Europäische Union und Monaco nur einige. Es gibt so gut wie kein Budget für die Umsetzung von Projekten, die Wirkung und Aufmerksamkeit in den Alpengebieten erzielen.

Die Alpenkonvention hat vor 20 Jahren den Grundstein gelegt für eine gemeinsame Alpenpolitik. Sie könnte in der heutigen Zeit auch Antworten bieten auf Fragen, die die Globalisierung aufwirft. Gemeinsame Projekte zum Klimaschutz oder zum Umgang mit den sich häufenden Naturkatastrophen zeigen das enorme Potenzial der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die CIPRA fordert, dass die Vetragsparteien der Alpenkonvention mit konkreten Umsetzungprojekten ein Gesicht geben, die Gremien müssen ihre Rolle vermehrt als Initiatoren und Förderern von solchen Projekten wahrnehmen. Für die Finanzierung schlägt CIPRA einen Alpenfonds vor, initiiert und mitgespiesen von den Alpenländern.

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Bild: Modis 2002

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