Tomate ganz aufgeschnitten

Alles bio oder was?

  • Nora Kieselbach
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Biotomaten anpflanzen und damit Syngentas Bilanz polieren? Durchaus möglich, denn der Basler Agrarkonzern kontrolliert zusammen mit dem US-Konkurrenten Monsanto bei gewissen Gemüsearten über 50 Prozent des globalen Saatgutmarktes, wie die Erklärung von Bern EvB mitteilt. Landwirtschaft-, Konsumenten- und Entwicklungsorganisationen* sind besorgt und fordern mehr Transparenz, denn nur so können Händler und Konsumenten informierte Kaufentscheide fällen.

Die genannten Nichtregierungsorganisationen haben gemeinsam eine Studie in Auftrag gegeben, um mehr über die Konzentration der Saatgutbranche für Gemüse zu erfahren. Die Recherche zeigt nun, dass die beiden Agrochemiekonzerne Syngenta und Monsanto bei Peperoni 56%, bei Tomaten 62% und bei Blumenkohl gar 71% aller in Europa geschützten Sorten besitzen und somit den Markt dominieren.

Diese Zahlen haben auch für die Schweiz Bedeutung: Denn knapp die Hälfte des hier konsumierten Gemüses wird importiert; die Mehrheit der Gemüsesetzlinge stammt aus dem europäischen Ausland, und auch für die Aussaat werden Sorten aus dem EU-Sortenkatalog übernommen. Immer mehr Saatgut – und daraus hergestellte Lebensmittel – sind zudem patentiert. Auch Bio-Gemüse wird zurzeit noch meist aus diesem konventionellen Saatgut produziert. Dies ist problematisch, denn Konsumenten oder Detailhändler wissen – anders als etwa bei Äpfeln oder Kartoffeln – nicht, welche Sorten Tomaten, Blumenkohl oder Peperoni sie kaufen oder verkaufen.

Laut einer Umfrage sind zudem die meisten Schweizer Konsumenten und Detailhändler gegenüber Patenten auf Nutzpflanzen kritisch eingestellt. Ohne Informationen, welche Sorten angebaut oder eingekauft werden, ist es jedoch fast unmöglich nachzuvollziehen, ob ein Gemüse patentiert ist oder nicht und von welchem Konzern es stammt. Die Nichtregierungsorganisationen fordern deshalb dringend mehr Transparenz über die verkauften Sorten und deren Herkunft, denn nur so sind einformierte Kaufentscheide und die effektive Kontrolle des Saatgutmarktes durch die Wettbewerbspolitische Kommission möglich.

Weitere Informationen

*Erklärung von Bern, Swissaid, IP Suisse, Bio Suisse, Pro Specie Rara, Stiftung für Konsumentenschutz  (SKS), Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana (ACSI)

Bild: FoeNyx (Wikimedia Commons)

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