© AlbulaBUS
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AlbulaBUS verbindet neu Engadin und Parc Ela

  • Kathrin Ruprecht
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Das Engadin und der Parc Ela rücken näher zusammen: Am 20. Juni startet versuchsweise für diese Sommersaison eine neue Rufbuslinie zwischen La Punt und Bergün. Sie erschliesst attraktive Wandermöglichkeiten am Albulapass. Der AlbulaBUS bietet auch direkten Anschluss in Bergün an den Bus alpin ins Val Tuors.

Wer bisher am Albulapass zwischen Preda und La Punt wandern wollte, war auf eigene Muskelkraft oder aufs Auto angewiesen – oder sogar auf mehrere Autos, die an Start- und Endpunkt der Wanderung parkiert wurden. Eine Verbindung über die Passhöhe mit dem öffentlichen Verkehr gab es nicht, schreibt Bus alpin und der Parc Ela.

Das ändert sich diesen Sommer. Ab dem 20. Juni bietet der AlbulaBUS zwischen La Punt und Bergün einen komfortablen Zugang zum Albulapass ohne eigenes Auto. Einmal täglich in der Nebensaison und zwei Mal täglich in der Hochsaison im Juli/August und Oktober bringt der Rufbus Reisende über den Pass und zurück. Ein Ausflug an den Lai da Palpuogna, eine spontane Fahrt zur Einkehr im Albula-Hospiz oder der Zustieg zur Es-cha-Hütte SAC ab der Albulastrasse werden dadurch zum Kinderspiel. Auch Velofahrende sollen profitieren. „Wir werden eine Lösung finden, mit der wir auch Velos und Bikes transportieren können“, verspricht Rolf Sarbach von Edelweiss-Reisen aus Celerina, welcher den AlbulaBus betreibt.

Attraktive Ergänzung zum Bus alpin

Zusätzlich fährt der AlbulaBUS in Bergün als Bus alpin direkt weiter ins Val Tuors. Ohne umzusteigen gelangen Gäste von La Punt so nach Chants und können beispielsweise über die Kesch-Hütte SAC durchs Val Susauna zurück ins Engadin wandern. Aber auch direkt vom Albulapass aus eröffnen sich neue Wandermöglichkeiten für Gäste, die mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs sind. „Der AlbulaBUS erleichtert unseren Gästen Entdeckungsreisen in den Parc Ela und auf den Albulapass, die bisher mit dem Privatverkehr zum Teil nur umständlich möglich waren“, begeistert sich Ralph Böse, Leiter von La Punt Ferien.

Hier geht es zum Fahrplan.

Testbetrieb dank Pass-übergreifender Zusammenarbeit

Möglich wird der AlbulaBUS dank der Initiative und Zusammenarbeit von Bergün Filisur Tourismus, La Punt Ferien und dem Verein Parc Ela. Sie möchten damit eine zusätzliche ÖV-Verbindung ermöglichen, die nicht öffentlich finanziert werden kann. Ein allfälliges Defizit tragen sie gemeinsam mit Edelweiss-Reisen und dem Amt für Verkehr Graubünden. Der Preis für die einfache Fahrt kostet 15 Franken (8 Franken für Kinder) und soll möglichst die Betriebskosten decken. Das neue Angebot ist vorerst auf die Sommersaison 2015 beschränkt. Mit dem Testbetrieb soll geprüft werden, ob die Nachfrage genügend gross ist und Sponsoren für den langfristigen Betrieb gefunden werden können. Für einen möglichen Betrieb ab 2016 ist die Aufnahme des AlbulaBUS im national tätigen Verein Bus alpin eine Option.

Zusatzkurs ins Val Tuors aufgrund Fahrgast-Rekord

Dass Gäste durchaus bereit sind, kostendeckende Preise zu zahlen, wenn sie dafür ein öffentliches Verkehrsangebot erhalten, beweist die Busverbindung von Bergün ins Val Tuors. Schon seit Jahren wird das Tal mit seiner unberührten Natur und seinen malerischen Maiensässen mit Buskursen erschlossen. 2013 wurde der von Bergün Filisur Tourismus lancierte Rufbus im Verein Bus alpin aufgenommen und unter seiner Regie der fahrplanmässige Betrieb eingeführt. In der Folge stiegen die Fahrgastzahlen an und erreichten 2014 mit 1‘717 Personen einen neuen Rekord. Der Zuwachs betrug letztes Jahr rund sechs Prozent – dies trotz schlechtem Sommerwetter. Gegenüber dem Jahr 2012 ist sogar ein Plus von über 30 Prozent zu verzeichnen.

Dank der grossen Nachfrage baut Bergün Filisur Tourismus das Angebot nun aus. Vom 20. Juni bis 17. Oktober fahren neu drei statt bisher zwei Kurspaare ins Val Tuors. Neu hinzu kommt ein Mittagskurs, den insbesondere Genusswandernde, welche keine ganztägigen Wanderungen unternehmen, oder Gäste der Kesch-Hütte SAC schätzen dürften. „Wir übernehmen dieses zusätzliche finanzielle Risiko, weil wir daran glauben, dass mit der Förderung des ÖVs der naturnahe Tourismus im Parc Ela insgesamt profitiert“, bekräftigt Marc-Andrea Barandun, Geschäftsführer von Bergün Filisur Tourismus.

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