AKW-Katastrophe: Plutonium im Umkreis nachgewiesen

  • Redaktion Naturschutz
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FukushimaNachdem Anfang der Woche bereits bekannt wurde, dass stark radioaktiv belastetes Wasser austritt und auch das Meerwasser bereits stark belastet ist, wurde nun auch im Umkreis von Fukushima Plutonium nachgewiesen. Das Plutonium stammt aus den Reaktoren 1-3. Plutonium ist als sogenannter Alpha-Strahler extrem gefährlich, es kann über die Nahrung oder Atmung in den Körper gelangen, bereits ein Millionstel Gramm kann Lungenkrebs auslösen.

Dass das Plutonium, welches als Schwermetall weit weniger mobil ist als Jod, sich über einen weiten Radius um Fukushima verbreitet hat, belegt die befürchtete Kernschmelze in einem oder mehreren Reaktoren. Zudem weisen die Funde auf eine stärkere Freisetzung von radioaktiven Stoffen hin als bisher angenommen.

Greenpeace fordert derweil, dass die Evakuierungszone um Fukushima endlich ausgeweitet wird. Gemäss Messungen von Greenpeace ist die Strahlung im Dorf Iitate, 40km nordöstlich von Fukushima so hoch, dass die Bewohner innert weniger Tage einer Strahlendosis ausgesetzt sind, die der jährlichen erlaubten Höchstdosis entspricht. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, bestätigen auch die Messergebnisse der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), dass eine Evakuierung von Iitate durchaus gerechtfertigt wäre. Die japanische Regierung bleibt aber weiter bei der Evakuierungszone von 20km.

Auslöser der Katastrophe war ein verheerendes Erdbeben vor der japanischen Stadt Sendai und ein nachfolgender Tsunami, der weite Teile der nordöstlichen Küste Japans verwüstet hat. Es wird geschätzt, dass durch den Tsunami über zehntausend Menschen umkamen, Hunderttausende verloren Hab und Gut.

In der Schweiz fordern derweil zahlreiche Politiker von links bis rechts eine definitive Abkehr vom Bau neuer Atomkraftwerke. Experten fordern zudem, die Sicherheit der Schweizer AKWs müsse neu überprüft werden. Bundesrätin Doris Leuthard hat die Zulassungsverfahren für neue AKW vorderhand sistiert (siehe Artikel), was den Planungszeitplan für neue AKW um mindestens ein Jahr verlängern wird. In Deutschland wurde verfügt, dass die sieben ältesten AKW sofort abgestellt werden.

Informationen von Greenpeace

1 Kommentar

  • Joachim Kügler

    Erst sind die Menschen in ihrer Hybris nicht ganz dicht,
    dann ist es – o wie sonderbar – der Katastrophenreaktor nicht,
    folglich wird dann schamlos gelogen,
    die Wahrheit verdreht, an der Panik vorbei gebogen.

    Dabei gab´s vor 20 Jahren längst filmische Planspiele,
    z.B. an Biblis A, einzig mit dem Ziele,
    die wahre Gefahr nicht nur zu benennen,
    sondern auch wirklich zu erkennen !

    „Wer nicht hören will, muss fühlen !“
    Jetzt reisst uns dies Sprichwort von den Stühlen !

    Joachim Kügler

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