Braunkehlchen

Agrarpolitik auf bedrohte Bodenbrüter ausrichten

  • Eliane Küpfer
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Um die Brutvögel der Schweiz steht es nicht besonders gut. Beson- ders drastisch abgenommen haben in den letzten Jahrzehnten die Bestände der Vögel des Landwirtschaftsgebietes, schreibt der Schweizer Vogelschutz (SVS)/BirdLife Schweiz.

Gerade Bodenbrüter wie das Braunkehlchen drohen zu verschwin- den. Zur Erhaltung des Braunkehlchens lancierte der SVS/BirdLife Schweiz 2004 gemeinsam mit Landwirten ein Artenförderungs- projekt im Freiburgischen Intyamon. Seither haben die Landwirte viele Ökoflächen angelegt. Aufgrund der falschen Anreize liegen diese aber nicht am richtigen Ort. Das Braunkehlchen nutzt nämlich den Talboden als Brutgebiet, dort sind die Ökoflächen aber wirtschaftlich nicht attraktiv und das Braunkehlchen findet dort mehr und mehr Futtermais vor – deshalb ist es im Intyamon akut bedroht, folgert eine mehrjährige Studie welche in der Zeitschrift „Nos Oiseaux“ erschienen ist.

Die Anreize der Agrarpolitik waren in den letzten Jahren sehr stark auf eine intensiv produzierende Landwirtschaft ausgerichtet, während die Biodiversität stark abgenommen hat. Diesen Missstand hat der Bundesrat erkannt und in seiner Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 eine Ausrichtung der Direktzahlungen auf Leistungen zugunsten der Allgemeinheit gefordert, was der SVS/BirdLife Schweiz grundsätzlich begrüsst. Leider ist es den Lobbyisten einer industrialisierten Landwirtschaft jedoch gelungen, diese dringend nötigen Verbesserungen im Entwurf zu den Verordnungen zu verwässern.

Um eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Landwirtschaft zu fördern, müssen die Verordnungen und die Mittel auf Leistungen für die Allgemeinheit – wie unter anderem die Bewahrung der Artenvielfalt und der Natur – ausgerichtet werden. Dies erfordert noch wichtige Korrekturen, die der SVS/BirdLife Schweiz im Rahmen der Anhörung der Ausführungsbestimmungen zur Agrarpolitik 2014-2017 beantragt hat. Ein Referendum gegen die AP 14-17 lehnt der SVS/BirdLife Schweiz klar ab.

Bild © Michael Gerber, als Bodenbrüter braucht das Braunkehlchen blumenreiche Wiesen die spät geschnitten werden.

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