Ade Atomenergie II – Here comes the sun

  • Nora Kieselbach
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Journalist Hubert Mooser beleuchtet via Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wie die Schweiz den beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie bewerkstelligen will. Teil 2 der dreiteiligen Serie zeigt, wie Doris Leuthard und ihr Departement für Energie BFE im Entwurf zum neuen Energiegesetz zu regeln gedenken, wer Geld für Solaranlagen erhalten soll.

Wie im ersten Teil der Serie beschrieben, wollen Bundesrat und Parlament die Stromversorgung in der Schweiz bis 2034 auf erneuerbare Energieträger umstellen. Über den Entwurf zum neuen Energiegesetz, welcher die gesetzlichen Leitplanken für den Atomausstieg vorgibt, wird der Bundesrat während der Energieklausur Ende August diskutieren.

Dabei dürften nicht nur Leuthards Pläne bezüglich Aufweichung von Umwelt- und Heimatschutz (naturschutz.ch berichtete) zu reden geben, sondern auch ihr Ansinnen bezüglich Förderung der Solarenergie. Diese soll aus dem Topf der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV finanziert werden. Dabei deckt die KEV die Differenz zwischen Produktionskosten und Marktpreis der erneuerbaren Energien; bei Solaranlagen jedoch erst aber einer Leitung von 10 Kilowatt. Der KEV-Topf ist jedoch mit ca. 500 Millionen Franken pro Jahr beschränkt und schon jetzt gibt es eine Warteliste, auf der zur Zeit allein rund 16’000 Photovoltaikprojekte stehen. Kleine Anlagen mit weniger als 10 Kilowatt Leistung hingegen sollen anstelle der mehrjährigen KEV eine einmalige Investitionshilfe von „höchstens 30 Prozent der Investitionskosten von Referenzanlagen“ bekommen.

Ausserdem soll die Anzahl der Photovoltaikanlagen jährlich kontingentiert werden, so dass sich der Zubau der Solarenergie „kontinuierlich“ entwickelt und bis 2020 rund 600 Gigawattstunden betragen wird. Über die weiteren Solarenergie-Richtwerte bis 2035 und 2050 hat dann der Bundesrat zu beschliessen; das BFE legt bloss noch die jährlichen Kontingente fest. Bis heute produzieren Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz rund 185 Gigawattstunden. Damit kann man ungefähr 40’000 Haushalte in der Schweiz versorgen.

Zur Förderung von Energie- und Abwärmenutzung sieht der Gesetzesentwurf auch die Möglichkeit von „jährlichen Globalbeiträgen“ an die Kantone vor; vorausgesetzt, diese haben Programme zur Förderung von Energieeffizienz sowie zur Nutzung von erneuerbaren Energien und Abwärme ausgearbeitet. Die Höhe der Beiträge hängt dabei davon ab, wieviel Geld die Kantone selbst für ihre Programme vorgesehen haben – die Diskussion ist also vorprogrammiert.

Weitere Informationen

Kommentar von Swissolar

Bundesamt für Energie BFE
Swisssolar

Bild: NREL [Public Domain] via Wikimedia Commons

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