Löwe Löwin Löwenjunges

Achtung giftig!

  • Nora Kieselbach
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Wie die Stiftung SAVE Wildlife Conservation Fund berichtet, erleiden zahllose Tiere einen unnötigen Vergiftungstod. (Gezielte) Tiervergiftungen sind leider ein weltweit zunehmendes Phänomen und damit auch eine Bedrohung der Artenvielfalt.

Bis zu 95 Millionen Vögel und rund vier Millionen Säugetiere werden jährlich vergiftet. Darunter auch zahlreiche hoch bedrohte Arten. In Afrika zum Beispiel werden Raubtiere wie Löwen, Afrikanische Wildhunde oder Hyänen von den Farmern oft als „Schädlinge“ betrachtet, die eine Gefahr für die Viehbestände darstellen. Eine wirksame Portion Gift ist dann für diese Farmer der einfachste und effizienteste Weg, die Raubtiere zu töten. Dabei stehen die Verluste, die Farmer durch Raubtierwilderei erleiden, zahlenmässig in keinem Verhältnis zur erschreckend hohen Zahl getöteter, vom Aussterben bedrohter Raubtiere. Verwendet werden hochgiftige Pestizide wie z.B. Carbofuran, das in Afrika frei verkäuflich ist und unter der Bezeichnung „lion killer“, Löwenkiller, angepriesen wird.

In Europa hingegen verenden viele Tiere als Opfer von Herbiziden und Pestiziden, die flächendeckend in der Landwirtschaft, aber auch in Privatgärten eingesetzt werden. Immer wieder sterben aber auch Hunde und Katzen qualvoll, weil Tierhasser Giftköder auslegen und so nicht nur Haustiere töten, sondern gleichzeitig Nagetiere und in der Folge auch Greifvögel. Oft wird hierfür ein mit Carbofuran präparierter Beutetierköder verwendet – dies vor allem in Österreich, Tschechien und Ungarn, um Fuchse, Marder, Katzen und Krähen zu bekämpfen.

Häufige Vergiftungsopfer der „zweiten Reihe“ sind je nach Land: Koyoten, Schakale, Wildkatzen, Füchse, Dingos, aber auch Raubvögel. Dem folgen unzählige weitere Tiere in der Nahrungskette – bis schliesslich hin zum Menschen, der in besonders armen Regionen auch das Fleisch von Tierkadavern isst.

Der SAVE Wildlife Conservation Fund kritisiert nicht nur den flächendeckenden Einsatz von Giften in der konventionellen Landwirtschaft, sondern auch die freie Verfügbarkeit vieler Gifte für den Endverbraucher. Problemlos erhältlich ist ein ganzes Giftarsenal: Pestizide, Rodentizide gegen Nager, Insektizide, Nematodizide gegen Fadenwürmer und Akarizide gegen Spinnentiere.

Grundsätzlich problematisch ist auch das stereotype Bild von „Nützlingen und Schädlingen“: In der Ökologie hat jedes Tier seine Funktion. Erst der Mensch erklärt es zum Schädling, den man regulieren müsse, notfalls mit Gift. Dieser Eingriff in den Gesamtkreislauf hat verheerende Folgen, die irreparabel sind.

Weitere Informationen

SAVE Wildlife Conservation Fund

Bild: David Dennis [CC-BY-SA-2.0] via Wikimedia Commons

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