© DerSilent [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
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Hochzeitsreise der Amphibien ist in vollem Gange

  • Kathrin Ruprecht
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Die Amphibienwanderung ist auf Ihrem Höhepunkt. Auf ihrer Reise zu den Laichgebieten, legen Amphibien oft grosse Strecken zurück und treffen vielerorts auf Strassen. Deshalb sind Helfer unterwegs, um die Zahl der Strassenopfer zu vermindern.

Grasfrosch, Bergmolch und Erdkröte gehören zu den ersten Arten, welche je nach Witterung bereits Ende Februar mit der Wanderung beginnen. Auslöser sind milde Temperaturen über 5 Grad Celsius und anfallender Regen. Ziel der alljährlichen Amphibienwanderung ist die Vermehrung. Die meisten Kröten und Frösche kehren als erwachsene Tiere zur Vermehrung an den Ort zurück, wo sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. Dazu unternehmen sie Wanderungen von gelegentlich mehreren Kilometern. Den Weg zu Gewässer finden sie dank ihrem guten Gedächtnis sowie anhand des Magnetfeldes und Gerüchen.

Den Fröschen zuliebe Geschwindigkeit drosseln

Auf dem Weg vom Winterquartier zu ihrem Laichgebiet müssen die Amphibien häufig Strassen überqueren. Auf dem warmen Asphalt bleiben sie gerne sitzen, um sich aufzuwärmen. Männchen nutzen dort auch den guten Rundblick, um vorbeiziehende Weibchen abzupassen und sich mit ihnen zu verpaaren. Kein Wunder, dass der zunehmende Autoverkehr in den Nachtstunden zahllose Opfer unter den Amphibien fordert.

Wer denkt, dass Amphibien lediglich durch direktes Überfahren umkommen, hat weit gefehlt. Denn das Vorbeifahren mit erhöhter Geschwindigkeit – in diesem Fall mehr als 30 Kilometer pro Stunde – lässt Gefässe der Tiere platzen, was tödlich enden kann. Daher sollte beim Durchqueren von ausgeschilderten Wanderungsgebieten, insbesondere in der Dämmerung sowie nachts, die Geschwindigkeit gedrosselt werden.

Um Frösche und Kröten zu schützen, sind mancherorts Freiwillige im Einsatz, welche die Tiere einsammeln und über die Strasse tragen. Möchten auch Sie mithelfen, Amphibien sicher über die Strasse zu bringen? Auf der Freiwilligen-Seite der karch sehen Sie an welchen Standorten noch fleissige Helfer gesucht werden.

Es ist noch lange nicht alles geklärt

Am Radolfzeller Max-Planck-Institut für Ornithologie laufen momentan Untersuchungen, die offene Fragen zur Amphibienwanderung klären sollen. Für diesen Zweck werden einzelne Kröten mit Sendern bestückt. Freiwillige Helfer spüren die Kröten daraufhin mittels Empfänger auf und halten den momentanen Standort der Kröte in regelmässigen Abständen fest – und dies während einer ganzen Nacht. Die Untersuchungen werden noch zwei weitere Jahre andauern.

Ein Amphibientunnel. © Buch Tegethof 2006 [CC-BY-SA-2.0], via wikipedia.org
Ein Amphibientunnel. © Buch Tegethof 2006 [CC-BY-SA-2.0], via wikipedia.org

Von den erhobenen Daten erhofft man sich, Rückschlüsse über die genauen Wanderungszeiten und den Einfluss des Wetters machen zu können. Es soll zudem geklärt werden, wie lange Kröten nach dem Eingang von „Kröten-Unterführungen“ suchen. Solche Unterführungen werden auch in der Schweiz gebaut und ermöglichen das Überwinden stark befahrener Strassen mittels eigens für die Amphibien gebautem Tunnel.

Weitere Informationen zur Amphibienwanderung finden Sie auf der Website der karch.

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