© Raimond Spekking [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Abstimmung zur zweiten Gotthardröhre erst 2016

  • Roman Vonwil
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Der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» nimmt zur Kenntnis, dass der Bundesrat die Abstimmung über eine zweite Strassenröhre am Gotthard im Jahr 2016 durchführen lässt. Und gibt sich bereits jetzt kämpferisch.

«Mit taktischen Spielchen und parteipolitischen Rücksichten haben wir uns zu keiner Zeit befasst», sagt Jon Pult, Co-Präsident des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Präsident der Alpen-Initiative: «Wir haben uns von Anfang an auf alle möglichen Abstimmungstermine eingestellt, deshalb ist uns auch ein Termin im Jahr 2016 recht.»

«Wir wollen die Abstimmung gewinnen – und wir werden sie gewinnen», ist Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Co-Geschäftsführerin des VCS Verkehrs-Club der Schweiz überzeugt: «Wir sind bereit, die Schweiz vor noch mehr Transitlastwagen zu schützen.» Es wird die dritte nationale Abstimmung über eine zweite Röhre am Gotthard sein. Bis jetzt hat das Volk immer Nein gesagt.

Eine zweite Strassenröhre verdoppelt die Zahl der Lastwagen auf der Transitachse durch die Schweiz. Das von Bundesrat und Parlament vorgeschlagene Gesetz kann dies nicht verhindern. «Auf ein Gesetz, das in unserer lebendigen Demokratie jederzeit geändert werden kann, dürfen wir uns niemals verlassen», sagt Caroline Beglinger. Mit einer zweiten Röhre steht die Schweizer Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte auf dem Spiel. Sie hat bis heute den Transitverkehr eingedämmt und die Alpen geschont.

Nächstes Jahr geht der Eisenbahn-Basistunnel am Gotthard in Betrieb. «Wir können doch nicht jetzt, wo die Verlagerung der Gütertransporte durch die Schweiz gelingen kann, eine zweite Strassenröhre bauen. Das ist widersinnig und ein völlig falsches Signal an die Transportwirtschaft und an Europa», sagt Jon Pult. Vier Tunnels genügen, um den Verkehr auch während der Sanierungszeit des bestehenden Strassentunnels effizient und sicher abzuwickeln. Das haben die Studien des Bundesrats belegt. Langfristig ist das die beste Lösung.

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