© Warsocket [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Abschuss der Jungwölfe wird bewilligt

  • Amanda Buol
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Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dem Abschuss zweier Jungwölfe des Calanda-Rudels zugestimmt. Die Abschuss-Bewilligungen der Kantone Graubünden und St. Gallen sind erteilt. Die Umweltverbände kritisieren den vorschnellen und nicht nachvollziehbaren Entscheid. Sie plädieren für mehr Sachlichkeit bei den Behörden.

Ende November 2015 beantragten die Kantone St. Gallen und Graubünden beim BAFU die Regulierung des Calanda-Rudels. Als Begründung nennen die Kantone die erhebliche Gefährdung von Menschen durch den Wolf. Die Tiere verlieren immer mehr die Scheu und halten sich immer öfters in der Nähe von Siedlungen auf. Die Abschüsse zweier Jungwölfe sollen das Verhalten des Rudels ändern.

Nach Prüfung hat das BAFU dem Gesuch der Kantone zugestimmt. Darauf erliessen die Kantone eine Abschussverfügung ab dem 21. Dezember 2015. Pro Natura und WWF kritisieren den Entscheid des BAFU und der Kantone. Nach Jagdverordnung seien die Voraussetzungen für eine Abschussbewilligung nicht gegeben. Ausserdem reagieren die Behörden voreilig, denn der angestrebte Lerneffekt auf die zurückbleibenden Wölfe sei fachlich fragwürdig und basiere auf Vermutungen und Hoffnungen. So können Abschüsse je nachdem weitere Probleme schaffen, wie beispielsweise vermehrtere Nutzierrisse oder auffälligeres Verhalten.

Die Umweltverbände fordern eine vermehrte sachliche Informations- und Aufkläungsarbeit von Seiten der Kantone. Das Schüren von Ängsten und Unsicherheiten bei der Bevölkerung erschwere eine besonnene Wolfspolitik, die auf eine konfliktarme Ko-Existenz hinarbeite.

Das BAFU sowie die Umweltverbände weisen zusätzlich hin, dass Futterquellen in Siedlungsnähe Wölfe anlocken können. Die Kantone sollen daher sorgen, dass sich künftig keine Luderplätze und Futterquellen in der Nähe von Siedlungen befinden. Dann würde sich der Wolf auch weniger an Dorfrändern aufhalten.

Weitere Artikel über das Wolfsrudel am Calanda finden Sie unter folgenden Links:

Den Calanda-Wölfen droht der Abschuss

Retten Sie die Calanda-Wölfe

2 Kommentare

  • Forchert

    ….beschämend. Mensch nimmt sich etwas, was ihm nicht zusteht, breitet sich aus, dringt in fremde Lebensräume ein (Tourismus, Umzonung, Baulobby etc.) Und nun fühlt „er “ sich bedroht….kann sich nur mit der Knarre wehren….ein Armutsszeugnis der Politik.
    Unethisch und unmoralisch.

    Antworten
    • Marianne Holenstein

      ein weiteres Armutszeugnis des Menschen


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