Abrissprämie für Altbauten

  • Barbara Darani
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Kran BaustelleDie Schrottprämie für Altautos hat in Deutschland viel bewirkt. Doch es gibt sinnvollere Klimaschutzmassnahmen als Altautos durch beliebige Neuwagen zu ersetzen. Der WWF Schweiz fordert die Einführung einer Abrissprämie für alte Häuser, die sich kaum mehr sanieren lassen.

Viele Altbauten in der Schweiz sind schlecht isoliert und damit eigentliche Energieschleudern. Entsprechend hoch sind die CO2-Emissionen, was massgeblich zur Klimaerwärmung beiträgt. Experten gehen von rund 200 000 alten Häusern aus, die sich kaum noch vernünftig sanieren lassen. Deshalb fordert der WWF Schweiz eine Abrissprämie für Altbauten. Wer sein altes Haus abreisst und durch ein modernes Niedrigstenergie-Gebäude (Minergie-P-Eco-Standard) ersetzen lässt, soll von staatlichen Geldern profitieren. Der Besitzer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses soll von einer Prämie von rund 20 000 Franken profitieren können „Wichtig ist uns aber, dass keine geschützten oder architektonisch wertvollen Gebäude abgerissen werden“, betont Patrick Hofstetter, Klimaexperte des WWF Schweiz.

Der Kanton Zürich hat die Abrissprämie bereits im April eingeführt. Auf nationaler Ebene könnten mit einem Fonds von 200 bis 300 Millionen Franken Ersatzinvestitionen von bis zu 8 Milliarden Franken ausgelöst werden. Jährlich würden so 40 Millionen Liter Heizöl eingespart und rund 100 000 Tonnen weniger CO2 ausgestossen. Positiver Nebeneffekt der Massnahme: Dank verdichteter Bauweise gibt es in Städten und Agglomerationen mehr Neuwohnungen und gleichzeitig weniger Verkehr.

WWF Schweiz

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