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Aargau schränkt Wasserentnahme weiter ein

  • Judith Schärer
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Das anhaltende Sommerwetter der letzten Wochen und das Ausbleiben ergiebiger Regenfälle lässt die Wassermengen in den Aargauer Bächen weiter sinken. Insbesondere im Bünztal haben die Pegel die kritischen Marken erreicht und die Wasserentnahmen müssen sistiert werden. 

Wie der Kanton Aargau berichtet, führen die Gewässer im gesamten Kantonsgebiet generell deutlich weniger Wasser, als es dem langjährigen Durchschnitt entsprechen würde. Speziell bei kleinen und mittleren Bächen wird dies zunehmend zu einem ernsthaften Problem für die Lebewesen im und am Wasser. Das Ausbleiben ergiebiger Niederschläge lässt die Reserven schwinden und führt dazu, dass die Gewässer nicht mehr kontinuierlich mit nachfliessendem Wasser versorgt werden können. Der Abfluss sinkt somit stetig. Die leichten Niederschläge der vergangenen Woche vermochten diesen Ablauf nur geringfügig zu verzögern. Für die kommenden Tage sind hohe Temperaturen und nur lokale Gewitter vorhergesagt. Dies wird die Situation nicht entschärfen.

Entnahmeverbote

Bisher galt das Entnahmeverbot ausschliesslich bei der Sissle im Fricktal mit all ihren Zuflüssen. Da die Abflussmengen auch in der Bünz und ihren Zuflüssen sowie dem Wissenbach (Merenschwand) die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerte erreicht haben, muss auch hier die Entnahme von Wasser verboten werden. Von diesem Verbot sind an der Bünz und ihren Seitenbächen 23 Bewilligungsnehmer betroffen.

Dieser Entnahmestopp hat einschneidende Auswirkungen, insbesondere auf einzelne landwirtschaftliche Betriebe. Dennoch kann nur der solidarische Verzicht auf Wasserentnahmen vermeiden, dass erhebliche negative ökologische Folgen entstehen. Als Alternative stehen weiterhin die Flüsse (Rhein, Aare, Reuss und Limmat) als Entnahmemöglichkeit zur Verfügung. Die Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) erteilt derzeit zeitlich befristete Bewilligungen für Wasserentnahmen aus den Flüssen.

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