© Axel Magard [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Invasive Neophyten und ihr Zusammenspiel mit Umweltfaktoren

  • Kathrin Ruprecht
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Invasive Neophyten sind nachweislich beteiligt am weltweiten Verlust an Biodiversität. Eine Studie zeigt nun aber auf, dass ihr negativer Einfluss auf die Artenvielfalt nicht immer Zustande kommt. Auf die Interaktion mit Umweltfaktoren kommt es an!

Das Thema invasive Neophyten ist auch in der Schweiz hochaktuell. Es handelt sich dabei um Pflanzen die absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurden und sich hier auf Kosten anderer Pflanzenarten stark ausbreiten. Neophyten fördern den Artenverlust weltweit und sind, neben dem Lebensraumverlust durch menschliche Aktivität, der zweitwichtigste Grund für den Rückgang der biologischen Vielfalt. Trotzdem ist noch nicht viel über ihren Einfluss auf die Pflanzengemeinschaft am jeweiligen Standort bekannt.

In einer Studie der Universität Bern wurde nun die Auswirkung einer zunehmenden Deckung durch Neophyten auf die biologische Diversität eines Standorts untersucht. Dazu wurden Flächen mit unterschiedlich hoher Neophytendichte betrachtet, mit vier verschiedenen in der Schweiz invasiven Neophytenarten: der Feinstrahl (Erigeron annuus), der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica), das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) und die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis).

Die Messungen zeigten, dass eine Zunahme des Drüsigen Springkrautes die Diversität nicht vermindert. Anders sieht es aus beim Feinstahl. Hier kann eine Reduktion der Diversität, gemessen an der Artenvielfalt, Ausgeglichenheit und Abundanz, festgestellt werden. Besonders interessant ist der Einfluss des Staudenknötrichs und der Kanadischen Goldrute. So kann nur einen negativen Einfluss auf die Diversität gefunden werden, wenn der Staudenknötrich auf Böden mit tiefem pH wächst oder wenn sich die Kanadische Goldrute auf Böden mit niedrigem Nährstoffgehalt ausbreitet.

Die Reduktion der Diversität auf den Untersuchungsflächen wurde zudem nicht durch den Artenverlust, sondern mehr durch die Verminderung der Ausgeglichenheit und der Abundanz verschiedener ansässigen Arten verursacht. Die Taktik der Neophyten ist also mehr ein Verdrängen als ein direktes Ausrotten.

Die negativen Effekte der Neophyten sind laut diesen Ergebnissen stark an die Umweltfaktoren, wie Nährstoffgehalts und pH des Bodens, gebunden. Im praktischen Umgang mit Neophyten und für weitere Studien sollten deshalb fortan die Umweltbedingungen berücksichtigt werden.

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