90 Prozent der Wälder zu stark mit Stickstoff belastet

  • Redaktion Naturschutz
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Gemäss Modellrechnungen liegt die Stickstoff-Belastung in 90 Prozent der Schweizer Wälder über dem Grenzwert. Wird dieser Wert überschritten, so sind negative Auswirkungen auf das Waldökosystem zu befürchten. Da bei übermässigem Stickstoffeintrag vor allem Stamm und Krone, nicht aber die Wurzeln wachsen, werden die Bäume sturmanfällig. Zudem versauern die Böden: Bei mehr als der Hälfte der hiesigen Waldböden liegt der Säuregrad in einzelnen Bodenschichten bereits unter dem kritischen pH-Wert. Durch die Verschiebung des pH-Werts verändert sich das Stoffgleichgewicht des Bodens grundlegend. Dies führt unter anderem zu einer Schädigung der Wurzeln.
Auch das Grund- und Trinkwasser ist betroffen: Die Böden können die Stickstoff-Verbindungen nicht aufnehmen und die Verbindungen gelangen so ins Wasser.
Gemäss Richard Volz vom Buwal ist das Ökosystem Wald nicht mehr im Gleichgewicht und verschiebt sich in den Bereich, wo es zu Schäden kommen kann. Seine Stabilität sei gefährdet. Die Stickstoffemissionen entstehen zu 61% in den Landwirtschaft, zu 24% im Verkehr, zu 12% in Industrie und Gewerbe und zu 3% in den Haushalten. Obwohl zum Beispiel beim Verkehr und bei Grossfeuerungen Fortschritte zur Reduktion der Emissionen erzielt werden konnten, braucht es dringend weitere Massnahmen.

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