© Francesco Veronesi [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Ein Rekordjahr für den Bartgeier

  • Roman Vonwil
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Zehn junge Bartgeier in einem Jahr! Dies ist die erfreuliche Jahresbilanz der Stiftung Pro Bartgeier. Mit zwei erfolgreich ausgewilderten und acht wildgeschlüpften Tieren bekommt die Bartgeierpopulation in der Schweiz einen wichtigen Wachstumsschub. Doch die Population ist immer noch klein und muss weiter gestärkt werden. Ab dem Jahr 2015 werden Bartgeier deshalb in der Zentralschweiz ausgewildert. Der WWF Zentralschweiz unterstützt dieses Unterfangen.

Seit 1991 werden in den Schweizer Alpen junge Bartgeier ausgewildert. Doch erst im Jahr 2007 ist die erste Wildbrut in der Schweiz gelungen. Seither schlüpfen jährlich zwei bis sechs Bartgeier in freier Wildbahn. In diesem Jahr ist die Brut gleich acht Paaren gelungen, zweimal im Wallis und sechsmal in Graubünden. Auch im gesamten Alpenraum sieht die Bilanz positiv aus, und es wird insgesamt mit mindestens 16 erfolgreichen Wildbruten gerechnet.

Die positive Entwicklung zeigt, dass die Bartgeierpopulation in den Alpen nun langsam aus eigener Kraft anwächst. Doch mit rund 30 Brutpaaren ist die Alpenpopulation immer noch klein. Weitere Auswilderungen sollen dazu beitragen, dass der Bartgeierbestand eine gute genetische Basis erhält und keine Inzuchtprobleme entstehen. Ab 2015 werden deshalb im Kanton Obwalden Bartgeier, die besonders viel zur genetischen Vielfalt beitragen, ausgewildert. „Wir freuen uns darauf, dass die Bartgeier bald auch in der Zentralschweiz häufiger zu sehen sind!“, meint dazu Josef Blättler, Mitglied des regionalen Patronatskomitees und CoPräsident des WWF Unterwaldens.

Bartgeier beginnen erst spät mit der Fortpflanzung und haben höchstens ein Junges pro Jahr. Somit kann die Bartgeierpopulation nur sehr langsam wachsen. Die Wiederansiedlung braucht deshalb viel Ausdauer und einen grossen Einsatz. „Wir sind zuversichtlich, dass die Auswilderungen in der Zentralschweiz gut gelingen. Es ist spürbar, dass das Projekt auf eine breite Zustimmung stösst und eine grosse Unterstützung erhält“, meint Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier.

Der WWF Zentralschweiz unterstützt die Wiederansiedlung des Bartgeiers. Dazu organisiert er Sponsoringläufe für Schulklassen und Einzelläufer. Im NaturMuseum Luzern spielt der Bartgeier in der Sonderausstellung „Krummer Schnabel, spitze Krallen Greifvögel und Eulen“ eine wichtige Rolle. Am 15. Oktober findet im Museum dazu ein öffentlicher Vortrag mit dem Titel Die Rückkehr des Knochenbrechers in die Zentralschweiz“ statt. Auch im Naturund Tierpark Goldau werden Bartgeier am 7. September zum Hauptthema einer Sonderveranstaltung.

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