Sollen bald alle Pflanzensamen patentiert sein? | © derya, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Sollen bald alle Pflanzensamen patentiert sein? | © derya, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

800’000 Unterschriften gegen Patente auf Pflanzen und Tiere

  • Amanda Buol
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Dem Verwaltungsrats-Präsidenten der Europäischen Patentorganisation wurden diese Woche 820’362 Unterschriften gegen Patente auf Pflanzen und Tiere übergeben. Mit Gemüse und Obst haben Menschen gegen die aktuelle Patentierungspraxis protestiert.

Eine grosse Koalition um Campact, WeMoveEurope, No Patents on Seeds und Arche Noah sammelte in den vergangenen Monaten in ganz Europa Unterschriften. Allein in der Schweiz haben Pro Specie Rara, die Erklärung von Bern (EvB) und SWISSAID über 40’000 Unterschriften zusammengetragen.

Immer häufiger werden Patente auf Pflanzen aus konventioneller Züchtung vergeben, trotz des europäischen Patentgesetz, das Patente auf Pflanzensorten und Tierarten verbietet. Dazu gehören auch Patente auf Tomaten und Peperoni von Syngenta oder Melonen und Soja von Monsanto, schreibt Pro Specie Rara.

Leidtragende seien nicht nur Züchter, für die der Zugang zum Züchtungsmaterial immer schwieriger werde, sondern alle. Durch Patente werde die Innovation behindert, die Vielfalt gemindert und die Preise in die Höhe getrieben.

Mit den über 800’000 Unterschriften wirde der Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation (EPO) aufgefordert, die Patentgesetze korrekt auszulegen und auf die Interessen der Gesellschaft zu achten. Eine Änderung der Ausführungsverordnung wäre ein erster Schritt, um die Privatisierung unserer Ernährungsgrundlage zu stoppen.

Die Schweizer Position sei leider noch weniger klar, so Pro Specie Rara. Der Bundesrat sehe keinen Handlungsbedarf. Die beteiligten Organisationen fordern eine Änderung dieser passiven Position und ein klares Bekenntnis gegen Patente auf konventionell gezüchtet Pflanzen.

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