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80%-Regel für Marke „Schweiz“

  • Nora Kieselbach
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Wo auf einem Lebensmittel „Schweiz“ draufsteht, sollen auch mindestens 80 Prozent Schweizer Rohstoffe drin sein, zeigt sich Bio Suisse kompromissbereit. Denn der Branchenverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen hat in seinen eigenen Regelwerken die 90%-Hürde längst genommen, während National- und Ständerat in Bundesbern noch um eine gütliche Einigung ringen – auch mit Hilfe von Bio Suisse, wie der Verband mitteilt. Die Swissness-Vorlage will die Verwendung von Herkunftsangaben glaubwürdig und praktisch anwendbar regeln und damit auch den Wert der Marke „Schweiz“ langfristig sichern.

Im November 2009 brachte der Bundesrat die so genannte Swissness-Vorlage ins Parlament und schlug darin eine einfache 80%-Regel für Lebensmittel vor. Unter dem Druck der Nahrungsmittelindustrie hat inzwischen die nationalrätliche Kommission eine Unterscheidung zwischen stark und schwach verarbeiteten Produkten eingebaut, wobei erstere nur 60 Prozent Schweizer Rohstoffe und 60 Prozent Herstellungskosten in der Schweiz aufweisen müssten.

Inzwischen hat aber zumindest die Kommission des Ständerats eingesehen, dass solche Unterscheidungen – beispielsweise dass ein „stark“ verarbeitetes Müeslijoghurt andere Regeln einzuhalten hat als das „schwach“ verarbeitete Fruchtjoghurt – ein administrativer Alptraum wären, und hat die entsprechenden Textpassagen ohne Gegenstimme wieder gestrichen. Nun geht das Geschäft in der Herbstsession in den Nationalrat und Bio Suisse hofft, dass dieser auf die Linie von Bundes- und Ständerat einlenken wird  – zum Wohle der Schweizer (Bio-)Bauern, aber auch der Konsumentinnen und Konsumenten!

Weitere Informationen

Swissness-Vorlage

Bio Suisse

Bild: Roland Zumbühl (Wikimedia Commons)

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