Gartenrotschwanz

60’000 Zugvögel beobachtet

  • Stefanie Pfefferli
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So viele Anlässe wie noch nie erwarteten die interessierten Besucher am diesjährigen Internationalen Zugvogeltag EuroBirdwatch 2011. Das Angebot der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz wurde rege genutzt: An den 65 Beobachtungs- und Informationsständen in der ganzen Schweiz fanden sich insgesamt 5’382 Personen ein, um sich vom Phänomen Vogelzug begeistern zu lassen.

Die Fachleute der lokalen Sektionen des SVS/BirdLife Schweiz zählten am Wochenende insgesamt 59’555 Zugvögel, darunter viele Schwarmzieher wie der Buchfink oder der Star (20’328 bzw. 4’817 beobachtete Vögel). Doch auch Einzelzieher wie der Gartenrotschwanz wurden beobachtet. Er gehört zu den Arten, die vom SVS/BirdLife Schweiz mit spezifischen Projekten gefördert werden. Sein Bestandesrückgang seit Beginn des letzten Jahrhunderts steht symbolhaft für den anhaltenden Biodiversitätsverlust in der Schweiz. Die Anlässe in der Schweiz sind Teil des in ganz Europa und neu auch Zentralasien durchgeführten EuroBirdwatch, an dem sich dieses Jahr BirdLife-Organisationen aus 38 Ländern beteiligten. Sie schufen ein beeindruckendes Netz von über 1’000 Beobachtungs- und Informationsständen. Zehntausende teilnehmende Personen beobachteten über eine Million Zugvögel. Der SVS/BirdLife Schweiz wirkte dieses Jahr als Europa-Zentrale, in der die Daten aller Anlässe zusammengetragen wurden. „Der EuroBirdwatch ist ein gemeinsamer Appell der BirdLife-Organistionen aus Europa und Zentralasien für sichere Zugwege und für einen Stopp des Biodiversitätsverlustes“, erklärt Fritz Hirt, Koordinator des EuroBirdwatch.

Die Zugvögel sind neben dem Lebensraumverlust in den Brutgebieten auch auf dem Zug stark bedroht. Zu schaffen machen ihnen insbesondere Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windräder, starke Nachtbeleuchtung sowie illegale Jagd. In den Überwinterungsgebieten in Afrika stellen der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und der Verlust von Rastplätzen und Winterquartieren ein grosses Problem dar. Der SVS/BirdLife Schweiz setzt sich für die Zugvögel in den Brutgebieten, auf dem Zugweg und den Winterquartieren in Afrika ein.

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Bild: Michael Gerber

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